FDP träumt von alten Zeiten: Hessens Liberale werden 65 Jahre

Kassel. Angesichts von Umfrageergebnissen, die bundesweit bei drei Prozent Wählerzuspruch liegen, dürfte die hessische FDP, die am 29.12. ihren 65. Geburtstag feiert, von alten Zeiten träumen:

Nur fünf Jahre nach ihrer Gründung am 29. Dezember 1945 in Frankfurt nämlich waren in Hessen Landtagswahlen und die Liberalen sammelten 31,8 Prozent der Stimmen. Ein Ergebnis, das die FDP bei keiner Wahl je wieder erreichte.

Natürlich wärmt der amtierende Landes- und Fraktionsvorsitzende Jörg-Uwe Hahn die blau-gelbe Seele, wenn er anlässlich des heutigen FDP-Feiertages auf hessische Urgesteine der Partei hinweist. Auf Wolfgang Mischnick (Foto) etwa, Vorsitzender von 1967 bis 1977, gestorben 2002. Er eformierte die FDP. Vorher war nicht immer alles in Butter. 1956 kam es in der FDP zum Bruch, viele Mitglieder traten aus, und gründeten die Freie Volkspartei unter Ex-FDP-Chef August-Martin Euler. Prompt sackte die Partei bei der Landtagswahl 1958 unter die Zehn-Prozent-Grenze (9,5 Prozent).

Die 70er-Jahre der hessischen FDP wurden maßgeblich von Mischnick, Generalsekretär Karl-Hermann Flach und dem unvergessenen Wirtschaftsminister Heinz-Herbert Karry (Foto) geprägt. Seine Ermordung im Mai 1981 erschütterte nicht nur die FDP, sondern die ganze Bundesrepublik.

Zu den großen Köpfen in der hessischen FDP zählt ihre bislang einzige Vorsitzende Ruth Wagner. 1995 übernahm sie die Führung, 1999 fuhr sie zwar das zweitschlechteste Ergebnis der Hessen-FDP ein, bildete aber mit Roland Koch eine schwarz-gelbe Koalition. 2003 wollte Koch trotz absoluter CDU-Mehrheit die FDP und Wagner wieder ins Regierungslager holen. Das machte Wagner nicht mit. Seitdem ist die Frau Kult in der FDP. Und wurde 2009 deren Ehrenvorsitzende.

Quelle: HNA

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