Hessische Bauern hoffen trotz Hitze auf gute Preise

Erst war es zu kalt und zu nass, dann zu heiß und zu trocken. Nun hoffen die Landwirte nach einem Ernteminus auf höhere Preise, damit ihre Bilanz stimmt.

Rodgau. Trotz Einbußen bei der Ernte hoffen die hessischen Landwirte auf ein gutes Geschäft. „Wir erwarten, dass das, was weniger geerntet wird, durch steigende Preise wettgemacht werden kann“, sagte der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Friedhelm Schneider, am Mittwoch im südhessischen Rodgau.

Da es woanders wie in Russland noch schlechter aussehe, dürften die Welthandelspreise anziehen. „Wir kommen vermutlich mit einem blauen Auge davon.“

Die Wetterkapriolen - erst zu lange Kälte und Nässe, dann lange Hitze und Trockenheit - hätten den Landwirten das Leben schwer gemacht. Beim Weizen, mit einer Anbaufläche von etwa 166 000 Hektar mit Abstand bedeutendste Ackerfrucht in Hessen, wird mit Ertragseinbußen von bis zu 15 Prozent gerechnet. Das Getreide sei wegen der Hitze viel zu früh reif geworden, die Körner blieben deshalb kleiner. „Die Qualität kann leiden.“

Nach dem Motto „Des einen Leid, des anderen Freud“ blicken die hessischen Bauern auch auf das Ausland, etwa auf Russland, das einer der weltgrößten Erzeuger von Weizen ist. Die Getreideernte auf den riesigen Flächen dort wird wegen der schwersten Trockenheit und Hitze seit mehr als 130 Jahren nach Prognosen der russischen Regierung deutlich schlechter ausfallen.

Damit sehe die Lage für die hiesigen Erzeuger nicht so schlecht aus, meinte Schneider. Preise würden an den Weltmärkten in Paris und Chicago gemacht. „Wir sind in der globalen Welt angekommen. Wir spüren, was andere ernten und nicht ernten.“ (dpa)

Quelle: HNA

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