Division Spezielle Operationen aus Stadtallendorf evakuierte Deutsche aus Libyen

Tuaregs sicherten Rollfeld

Soldaten verlassen nach Libyeneinsatz ein Transportflugzeug der Bundeswehr auf dem Flughafen in Wunstorf bei Hannover: Volker Bescht (kleines Bild) führte die Operation „Pegasus“ an. Fotos: dapd

Stadtallendorf. Nach dem Anruf aus dem Auswärtigen Amt musste es schnell gehen. Am 21. Februar hatte der Krisenstab getagt, einen Tag später starteten zwei Bundeswehr-Truppentransporter des Typs Transall nach Tripolis, um deutschen Staatsbürgern die Ausreise aus Libyen zu ermöglichen. 262 Menschen wurden ausgeflogen, darunter 125 Deutsche. Die Operation „Pegasus“ gelang, doch ungefährlich war sie für die Bundeswehrsoldaten nicht.

Brigadegeneral Volker Bescht sprach am Freitag im hessischen Stadtallendorf von einer „scharfen Evakuierungsoperation“. Ein Risiko habe zu jeder Zeit bestanden. Bescht ist stellvertretender Kommandeur der Division Spezielle Operationen. Diese im mittelhessischen Stadtallendorf stationierte Einheit hat den Auftrag, ständig Kräfte für eine militärische Evakuierungsoperation bereitzuhalten. „Einsatzbereit jederzeit weltweit“ lautet das Motto. Zusätzliche Kräfte wurden zusammengeführt. Insgesamt waren knapp 1000 Soldaten, sechs Transall-Maschinen, drei Schiffe sowie zwei Fregatten an der Evakuierungsoperation beteiligt.

Unbekanntes Gebiet

Auch in die libysche Wüste flogen zwei Transall-Maschinen, um Menschen von dort zu evakuieren. Das sei besonders kritisch gewesen, da man das Gebiet nicht gekannt habe, betont Bescht. Auf einem Flugplatz der BASF-Tochtergesellschaft Wintershall (Kassel) in Nafurah hätten sich Menschen versammelt, die aus unruhigeren Regionen des Landesinneren gekommen waren. „Wir hatten die Berechtigung einzufliegen“, sagt Bescht, „Das hatte das Auswärtige Amt mit dem libyschen Außenministerium abgestimmt.“ Ein Restrisiko habe dennoch bestanden. „Man weiß bei derartigen Unruhen nie, in welchen Händen sich die Flugabwehr gerade befindet“ , sagt Bescht. Angehörige des Volksstammes der Tuareg hätten das Rollfeld bewacht. „Die Landebahn ist gesichert worden, indem Rohre über die Landebahn gelegt wurden, damit andere Flugzeuge dort nicht hätten landen können“, berichtet der Brigadegeneral. Erst vor der Landung der beiden Bundeswehr-Truppentransporter seien diese Rohre weggezogen worden.

Bescht berichtet von „rührenden Szenen“, die seine Leute erlebt hätten. „Es gab an Bord Freudentränen und Umarmungen. Die Menschen waren froh, dort herausgekommen zu sein.“ (dapd)

Von Maren Hennemut

Quelle: HNA

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