Unwetter richten erneut Schäden in der Region an

Kassel. Zum zweiten Mal in 24 Stunden sind heftige Unwetter über Hessen gezogen. Sturmböen und Starkregen richteten in der Nacht zum Freitag vor allem in Frankfurt, Nord- und Mittelhessen wieder große Schäden an.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach registrierte zwischen 23.00 und 2.00 Uhr rund 15 000 Blitze im Großraum Hessen, gleichmäßig verteilt. Viele Menschen schliefen wegen der laut tobenden Gewitter schlecht. Der DWD hatte am Donnerstag für die Nacht die höchste Warnstufe ausgerufen.

Fotos: Wieder Schäden durch Unwetter in der Region

Wieder schwere Schäden durch Unwetter in der Region

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In der Region war der Schwalm-Eder-Kreis besonders stark betroffen. 576 Rettungskräfte der Feuerwehren waren an 226 Orten im Einsatz, teilte der Vize-Kreisbrandinspektor Dieter Ide von der Leitstelle Schwalm-Eder mit. In Kassel überflutete das Unwetter nach Angaben der Polizei Keller und ließ Ampeln ausfallen. Allein im Kreis Marburg-Biedenkopf mussten die Feuerwehren mehr als 100 Mal zu Hilfseinsätzen ausrücken, wie ein Sprecher des Kreises am Freitag berichtete. Bei Wasenberg wurde ein mit Benzin beladener Tanklastzug von umstürzenden Bäumen getroffen. Der Fahrer erlitt dabei leichte Verletzungen. Zwischen Marburg und Kassel musste der Eisenbahnverkehr nach Angaben eines Bahnsprechers wegen Sturmschäden an der Oberleitung eingestellt werden. Auch in anderen Teilen Mittelhessens war der Zugverkehr massiv gestört.

Der Frankfurter Flughafen blieb unterdessen von den Unwetter weitgehend verschont: Flugausfälle gab es nach Darstellung eines Sprechers keine. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach hatte bereits am Donnerstag für die Nacht die höchste Warnstufe ausgerufen.

Juni-Regensoll an vielen Orten schon erreicht

Das Regensoll für den Juni ist in vielen Orten Hessens schon erreicht. Tief „Doris“ brachte in der Nacht zum Freitag erneut wahre Wasserfluten. In Nordhessen registrierte der Deutsche Wetterdienst (DWD) 29 Liter pro Quadratmeter. In Gießen goss es in den vergangenen Tagen so heftig, dass dort das Junisoll bereits erfüllt ist, wie DWD-Meteorologe Bernd Zeuschner berichtete. In den ersten zehn Tagen gingen in der mittelhessischen Stadt 68 Liter Regen pro Quadratmeter nieder, das Monatssoll liegt bei 65 Liter. Für die kommenden Tage gibt der DWD Entwarnung. „Die große Gewitterei ist erstmal vorbei“, sagte Zeuschner. „Damit Gewitter entstehen können, braucht es warme und sehr feuchte Luft.“ Für kommende Woche erwartet er kühlere Luft.

(dpa/hco)

Quelle: HNA

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