55 Verletzte bei Reizgas-Anschlag auf Schule

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Retter bringen an einer Berufsschule in Wiesbaden eine verletzte Person mit einer Trage weg.

Wiesbaden. Bei einem Anschlag mit Reizgas sind 55 Schüler einer Wiesbadener Berufsschule am Dienstag leicht verletzt worden. 18 von ihnen wurden nach Polizeiangaben vorsichtshalber in Krankenhäusern behandelt, nachdem ein oder mehrere Täter das Gas in einem Gebäudetrakt versprüht hatten.

Notärzte sagten nach ersten Untersuchungen, das Gas sei nicht besonders gefährlich, es könnte sich um Pfefferspray gehandelt haben. Ein Großaufgebot mit 50 Ärzten und Sanitätern sowie 30 Feuerwehrleuten kümmerte sich um die Betroffenen. Die Kriminalpolizei leitete Ermittlungen ein.

Das Gas sei unter einer geschlossenen Tür hindurch in den Raum der Schülerzeitungsredaktion gesprüht worden, berichtete der Leiter der Schulze-Delitzsch-Schule, Rainer Strack. Die Schüler seien aus dem Raum geflüchtet. Er habe dann die Evakuierung des gesamten Gebäudes angeordnet, weil sich das Gas auszubreiten drohte. Durch Schließen der Brandschutztüren konnte der Reizstoff eingedämmt werden.

„Wir hatten gestern schon so einen Vorfall, bei dem es ebenfalls keinen Geruch, aber eine Reizung der Schleimhäute gab“, sagte Strack. „Wir haben zwei Stunden gelüftet, haben es aber für einen dummen Streich gehalten, wie er immer mal passiert.“ Nach dem erneuten Vorfall habe er Alarm ausgelöst.

In Krankenhäuser gebracht wurden vor allem Berufsschüler, die an Vorerkrankungen der Atemwege leiden wie beispielsweise Asthma. „Die Schadenslage ist überschaubar“, sagte Notarzt Michael Wilk. Strack wollte für Mittwoch die Lehrer zu einer Konferenz zusammenrufen. Sie sollten die Schüler sensibel auf den Vorfall ansprechen, sagte der Schulleiter.

Mit Blick auf Amokläufe an anderen Schulen hatten die Behörden aus Vorsicht zahlreiche Rettungskräfte und Spezialgerät an den Einsatzort beordert. (lhe)

Quelle: HNA

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