Kühne-Hörmann will Partikeltherapie retten

Vertrag gibt Rhönklinik Zeit bis 2012

Eva Kühne- Hörmann

Marburg / Wiesbaden. Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU/Kassel) sieht derzeit keine Möglichkeit, von der Rhönklinikum AG Schadensersatz zu verlangen, weil diese die Partikeltherapie nicht anwenden will. Wie berichtet, waren die Rhönkliniken mit der Herstellerfirma Siemens übereingekommen, die von der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt entwickelte Krebstherapie in Marburg doch nicht anzuwenden. Siemens will stattdessen an der bereits gebauten Anlage weiter forschen. Ziel ist eine höhere Rentabilität im klinischen Betrieb.

Die Ministerin sagte gestern im Wissenschaftsausschuss des Landtages, der private Klinikbetreiber sei zwar verpflichtet, die Anlage zu bauen und Patienten zu behandeln; doch hat er dazu laut Vertrag noch Zeit bis Ende 2012. Sollte die Therapie bis dahin nicht in Betrieb gehen, habe das Land finanzielle Ansprüche gegenüber der Rhönklinik AG, die die mittelhessischen Unikliniken 2006 übernommen hatten. Dabei geht es um 107 Millionen Euro.

Ihr Ziel sei aber, dass die Anlage in Betrieb gehe für Forschung, Lehre und Patienten, so Kühne-Hörmann. Die Rhönkliniken sehen ihre vetraglichen Investitionszusagen dagegen erfüllt. Dieser Punkt sei Gegenstand der Auseinandersetzung, so Kühne-Hörmann. Für die Vertragsformulierungen hatte das Land 2005 rund zwei Millionen Euro an Honoraren ausgegeben. (wet)

Quelle: HNA

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