Jagdverband: Kollisionen mit Wild werden oft nicht gemeldet - Tiere verenden im Wald

Viele Unfälle bleiben unerkannt

Warnung vor Wild: Vor allem in der Dämmerung ereignen sich viele Unfälle mit Rehen, Hasen oder Hirschen. Archivfoto: Thiele

WIESBADEN. Plötzlich steht ein Reh oder Wildschwein auf der Fahrbahn: Autofahrer fürchten diesen Moment, vor allem, wenn sie in der Dämmerung in einem Waldgebiet unterwegs sind. Denn oft lässt sich ein Zusammenprall mit den Tieren nicht mehr vermeiden. Dabei kann die Zahl der von Jägern vermuteten Wildunfälle weitaus höher sein als in der polizeilichen Statistik, weil viele Unfälle nicht den Behörden gemeldet würden. Das erklärte der Sprecher des Landesjagdverbandes Hessen, Klaus Röther.

Einige Fahrer verständigten nach Unfällen direkt den zuständigen Jäger, es gebe aber auch viele, die nach einer Kollision ihres Autos mit Wild einfach weiterführen. Die Tiere schleppen sich noch ein paar Meter weiter und verenden. Die Zahl der tatsächlichen Wildunfälle sei daher möglicherweise doppelt so hoch wie in der offiziellen Statistik, sagte Röther.

Nach dieser Statistik registrierte die Polizei im vergangenen Jahr in Hessen 12 731 Wildunfälle. Diese Zahl liegt im Schnitt der vergangenen Jahre. Der Sachschaden summierte sich 2009 auf gut 17,5 Millionen Euro. Das geht aus einer Antwort von Innenminister Volker Bouffier (CDU) auf eine parlamentarische Anfrage mehrerer CDU-Abgeordneter hervor.

Bei Wildunfällen wurden im Jahr 2009 37 Menschen schwer verletzt, 193 erlitten leichte Verletzungen. Am häufigsten kommen Rehe den Autofahrern in die Quere. Pro Jahr passierten in Hessen etwa 15 000 derartige Unfälle, so Röther weiter. Dann folgten unliebsame Begegnungen mit Hasen, Füchsen und Wildschweinen.

Besonders gefährlich sind Unfälle mit Hirschen, da die mächtigen Tiere durch die Windschutzscheibe in das Auto hineinkatapultiert werden können. (lhe/kle)

Quelle: HNA

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