Gifteinsatz gegen Maikäfer wird vorbereitet

Pfungstadt. Trotz der heftigen Kritik an ihrem ersten Gifteinsatz gegen die Maikäfer-Plage in Südhessen hält die Stadt Pfungstadt an der geplanten zweiten Bekämpfung fest. „Wir werden den genauen Termin vom Wetter abhängig machen“, sagte ein Sprecher.

 Die Kommune veröffentlichte eine amtliche Bekanntmachung, in der für das erneute Versprühen des Insektizids Dimethoat der Zeitraum von diesem Freitag (14.5.) bis Ende Mai angegeben wird. Pfungstadt ist die einzige Kommune in Hessen, die zu Gift greift. Nach der ersten Aktion Anfang Mai hatte der Naturschutzbund Anzeige wegen Bodenverunreinigung und Körperverletzung erstattet.

Die Staatsanwaltschaft Darmstadt leitete ein Ermittlungsverfahren ein. Umweltministerin Silke Lautenschläger (CDU) hält eine solche Bekämpfung für nicht sinnvoll. „Wir haben uns deshalb gegen den Einsatz mit der chemischen Keule auf den Flächen des Landes ausgesprochen“, sagte sie nach Angaben ihres Ministeriums. Die eigentliche Gefahr für den Wald sei nicht der Maikäfer, sondern der niedrige Grundwasserstand.

Das Regierungspräsidium (RP) Gießen, das für die Überwachung zuständig ist, ist noch mit der Überprüfung des kritisierten ersten Einsatzes beschäftigt. Eine zweite Bekämpfung solle erst möglich sein, wenn Ergebnisse vorliegen, sagte eine RP-Sprecherin. Nach der ersten Giftaktion Anfang Mai hatte der Naturschutzbund Pfungstadts Bürgermeister Horst Baier (SPD) sowie Verantwortliche der Regierungspräsidien Gießen und Darmstadt angezeigt. Die Stadt habe Auflagen gleich mehrfach missachtet.

Vor allem seien die Bürger nicht rechtzeitig darauf hingewiesen worden, dass eine solche Bekämpfung Gefahren mit sich bringe. In der aktuellen Bekanntmachung macht Pfungstadt beispielsweise darauf aufmerksam, dass Wildkräuter, Waldbeeren und Pilze aus den besprühten Flächen vorsorglich nicht gegessen werden sollten. (dpa)

Quelle: HNA

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