Vorwürfe gegen Marburger Uniklinik

Marburg. Schwere Vorwürfe gegen das Marburger Universitätsklinikum: Medienberichten zufolge soll ein Mediziner dort unberechtigt operiert und dabei Patienten falsch behandelt haben.

Ein Frühchen habe demnach bei einer OP Komplikationen erlitten und liege auf der Intensivstation. Der Chirurg soll nicht als Facharzt eingetragen sein und dennoch mit Erlaubnis des Chefarztes operiert haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Das Klinikum wies die Vorwürfe zurück. Eine Justizsprecherin sagte am Dienstag, der Ermittlungsbehörde sei ein anonymes Schreiben zugespielt worden, in dem offenbar Klinik-Insider die Vorwürfe erheben. Dabei gehe es auch um einen weiteren Fall angeblichen Ärztepfuschs. Der Sprecherin zufolge ist der Absender des Briefs bislang unbekannt.

Das Klinikum wies die Vorwürfe zurück. Der Facharztstandard sei bei allen in Rede stehenden Operationen gegeben gewesen, berichtete der Ärztliche Geschäftsführer Werner Seeger. Der behandelnde Arzt aus einem benachbarten EU-Staat sei seit mehr als 20 Jahren nicht nur Facharzt für Allgemeinchirurgie seines Heimatlandes, sondern auch für Herzchirurgie. Er sei seit 17 Jahren am Marburger Universitätsklinikum tätig, gelte als sehr erfahrener Herzchirurg und habe weit über 1000 Eingriffe erfolgreich durchgeführt. Von mangelnder Qualifikation und Erfahrung könne nicht die Rede sein.

Die umstrittenen Fälle würden noch einmal genau überprüft. Im ersten Fall eines Patienten mit Aortenklappenersatz sei kein Behandlungsfehler festgestellt werden. Im Fall des zu früh geborenen Kindes räumte das Klinikum eine Komplikation während einer Operation ein. Sie habe aber inzwischen mit Hilfe einer zweiten Operation erfolgreich korrigiert werden können. Die Komplikation sei bereits Gegenstand rechtlicher Auseinandersetzungen, und die Klinik tue alles zur Aufklärung des Sachverhalts. (dpa)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare