Modellprojekt für Industrie in Nordhessen

Mit Wärme gegen die Konkurrenz

Grossalmerode. Die Feuerfestindustrie in Großalmerode (Werra-Meißner-Kreis) kann mit der Nutzung ihrer Abwärme ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern und etwas für die Umwelt tun. Die Produktion der Industrie, die im Raum Großalmerode 500 Beschäftigte hat, ist enorm energiehungrig. Das Brennen und Trocknen der Werkstoffe geschieht bei bis zu 2000 Grad Celsius. Der Energieverbrauch für die Produktion entspricht dem Jahreswärmebedarf von 5700 Haushalten.

Abwärme 700 000 Euro wert

Das theoretisch nutzbare Abwärmepotenzial der Unternehmen entsprach im Krisenjahr 2009 zwölf Millionen Kilowattstunden. Bei einem industriellen Wärmepreis von sechs Cent pro kWh hätte es 720 000 Euro erbracht. Gutachter halten es nun auch für denkbar, dass andere Gewerbe- und Industriezweige angesiedelt werden, die die Abwärme nutzen.

Sieben Unternehmen im Test

Dass sich das auch wirtschaftlich lohnt, hat eine Studie ergeben, die gestern vorgestellt wurde. Investitionen in die Nutzung der Abwärme rechneten sich oft schon innerhalb von drei Jahren, so Projektingenieur Frank Leischner von der Limón GmbH aus Kassel, die die Studie erstellt hat. Im Raum Großalmerode haben die Experten sieben der acht ansässigen Feuerfestunternehmen unter die Lupe genommen und Möglichkeiten der Abwärmenutzung geprüft.

Neuer Ofen

Konkret hat schon die Firma Conrad Liphard und Söhne von der Studie profitiert. Hier stand nämlich gerade die Investition in einen neuen Ofen an, berichtet Geschäftsführer Konrad Liphardt. Der neue Ofen wird jetzt auch die Heizung und die Warmwasserversorgung für den kompletten Betrieb übernehmen. Die Abwärme der anderen fünf Öfen könnte für die Stromerzeugung genutzt werden.

Von Stephan Strotkötter

Quelle: HNA

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