Der erzkonservative CDU-Fraktionschef kandidiert erneut - Gegenspieler nicht in Sicht

Wagner will’s noch mal wissen

Kandidiert heute für das Amt des CDU-Fraktionschefs: Christean Wagner. Foto: Herzog

Wiesbaden. Im März wird Christean Wagner 68 Jahre alt, doch das hindert den amtierenden CDU-Fraktionschef nicht daran, heute noch einmal für diesen Posten zu kandidieren. Schon Mitte Januar hatte er das angekündigt, nachdem monatelang spekuliert worden war, ob nicht eine Verjüngung der CDU gut- tun würde. Immerhin wäre der Wechsel von Roland Koch (52) zu Volker Bouffier (59) im August an der Regierungsspitze Anlass gewesen zur personellen und auch inhaltlichen Erneuerung an der Fraktionsspitze.

Denn Wagner gilt als erzkonservativ, die Kanzlerin –etwa mit ihrem oft unklaren Kurs – ist dem gebürtigen Ostpreußen lange ein Dorn im Auge gewesen, was er auch öffentlich nicht verhehlte. Und erst in der jüngsten Landtagssitzung zettelte er eine Sozialismus-Debatte an, die selbst einigen in der Union anachronistisch erschien.

Wagner gehört zur alten CDU-Garde Hessens, der Geschlossenheit über alles geht. Umso mehr musste es ihn schockieren, als bei der letzten Wiederwahl Kochs zum Ministerpräsidenten 2009 vier Stimmen aus dem eigenen Lager fehlten. Erst bei Bouffiers Wahl hatte er die 46 Abgeordneten wieder beisammen.

Wenig Erneuerung

Die Erneuerung an der Fraktionsspitze beschränkte sich mithin auf Holger Bellino, der morgen seinen 52. Geburtstag feiert und als Parlamentarischer Geschäftsführer den Job von Axel Wintermeyer (51) übernahm. Der wiederum war Bouffier in die Staatskanzlei gefolgt.

Christean Wagner will es also noch mal wissen. Und ein anderer Name drängt sich für das wichtige Amt auch nicht auf, für das er alle Erfahrung besitzt: Der ehemalige Landrat aus Marburg-Biedenkopf war schon im Kabinett Wallmann (1987 - 1991) Kultusminister, unter Roland Koch Justizminister, bevor er 2005 die Fraktionsführung von Franz Josef Jung übernahm.

Ministerpräsident Volker Bouffier jedenfalls scheint sehr zufrieden damit, zumal Wagner auch mit dem etwa halb so alten FDP-Fraktionschef Florian Rentsch ausgesprochen gut kann. Eine sichere Bank also für Ministerpräsident Volker Bouffier, der sich bereits erfreut über Wagners Kandidatur geäußert hat. So wird sich heute mutmaßlich wenig ändern - auch der umstrittene Rechtsaußen Hans-Jürgen Irmer soll dem Vernehmen nach als Fraktionsvize wiedergewählt werden.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

Quelle: HNA

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