Hochwasser überflutet Straßen - Melsungens Altstadt teils gesperrt

Die Hochwasserlage in Hessen war am Sonntag weiterhin angespannt. Regen und Tauwetter ließen Bäche und Flüsse schwellen - aber nicht so stark wie zunächst befürchtet. Meldungen aus der Region:

Neue Niederschläge gibt es nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes vorerst aber nicht mehr. Neuer Frost bremst zudem das Tauwetter und entspannt die Situation. Besonders betroffen war Nordhessen: In Melsungen mussten Teile der Altstadt wegen Hochwassers gesperrt werden.

Aktualisiert um 20.55 Uhr

„Wir sind aber nicht von der Außenwelt abgeschnitten", sagte ein Polizei-Sprecher. In der Kasseler Innenstadt waren einige Straßen wegen des Hochwassers gesperrt, der Verkehr wurde umgeleitet. Die Anlegestelle für Schiffe auf der Fulda wurde gesperrt, weil das Wasser über die Kaimauer schwappte. Schmelz und Tauwasser drückten in manchen Straßen Kanaldeckel hoch und sorgten so für Überschwemmungen.

Zwei Straßen in der Gemeinde Alheim im Kreis Hersfeld-Rotenburg mussten ebenfalls dicht gemacht werden. Im ganzen Land waren wegen Überflutung mehrere Kreis- und Landstraßen nicht befahrbar, bei Reinheim im Süden war auch eine Bundesstraße gesperrt.

Der Main wurde am Sonntagmorgen von der Wasserschutzpolizei in Frankfurt für den Schiffsverkehr gesperrt, nachdem der Fluss einen Pegel von 3,70 Metern erreicht hatte. Mehrere Parkplätze in der Nähe der Ufer von Main, Lahn und Nidda konnten nicht genutzt werden. Die drei Main-Autofähren in Seligenstadt, Offenbach-Rumpenheim und Maintal-Dörnigheim stellten ihren Betrieb ein.

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Die Polizei in Fulda berichtete zudem von Spätfolgen des harten Winters: So fiel in Dipperz in der Rhön das Telefonnetz aus, davon waren seit Freitag rund 1000 Anschlüsse betroffen. In einem Ortsteil von Fulda mussten seit Samstag die Anwohner auf ihr Kabelfernsehen verzichten.

Am Sonntagabend zählte das Fuldaer Polizeipräsidium noch elf gesperrte Straßen - Tendenz abnehmend. Anwohner direkt am Fluss Fulda versuchten mit Sandsäcken, ihre Häuser abzudichten. In Raum Offenbach sperrten Polizei und Feuerwehr angesichts des steigenden Main-Pegels Parkplätze und Uferstraßen.

In Mühlheim- Dietesheim am Main wurden Aluelemente in den Deich eingelassen, um die Wassermassen davon abzuhalten, in den Ort im Kreis Groß-Gerau einzudringen, wie die Polizei berichtete. An der mittelhessischen Lahn erreichte das Hochwasser am Sonntag seinen Scheitelpunkt. Es handele sich um ein normales Hochwasser - ungewöhnlich sei aber der hohe Schmelzwasseranteil, erklärte das Regierungspräsidium.

Pegelstände Online

Die fünf Talsperren im Einzugsgebiet der Lahn seien wirkungsvoll genutzt worden, um Wasser zurückzuhalten. Vereinzelt seien zusätzliche Sandsäcke aus dem Zentrallager Wetzlar angefordert worden - so gingen 2000 Säcke nach Solms und 10.000 Säcke nach Biebertal. (dpa)

Quelle: HNA

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