Finanzminister Weimar macht Weg frei für "neue Kräfte"

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Karlheinz Weimar

Wiesbaden. Hessens Finanzminister Karlheinz Weimar (CDU) will nach Informationen des Hessischen Rundfunks am 31. August zurücktreten. 32 Jahre im Landtag seien genug, so der CDU-Politiker.

An diesem Tag werden bereits Ministerpräsident Roland Koch und Umweltministerin Silke Lautenschläger (beide CDU) ihre Ämter abgeben. Weimar ist seit der Regierungsübernahme durch Koch 1999 Finanzminister. Am Freitagnachmittag wird mit einer Stellungnahme gerechnet, das Ministerium wollte sich zu der Meldung nicht äußern.

Zur Begründung für seinen für viele überraschenden Rücktritt sagte Weimar am Freitagnachmittag, er sei nach fünfzehn Jahren als Minister der Meinung gewesen, die bevorstehende Zäsur durch den Kabinettswechsel sei eine gute Gelegenheit, "neuen Kräften die Möglichkeit zur Einarbeitung zu geben".

Den Termin habe er nach der Ankündigung des Rückzugs von Ministerpräsident Roland Koch (CDU) nach Pfingsten so gewählt, "dass ich noch alle Chefgespräche (für den nächsten Etat, d.Red.) führen konnte." Der Etat soll der Einstieg sein für die Reduzierung der Neuverschuldung auf Null bis 2019, derzeit liegt sie noch bei 2,8 Milliarden für 2011.

Er habe, so der 60-Jährige, der nicht nur elf Jahre Finanzminister, sondern in der Regierung Walter Wallman (1987 bis 1991) auch vier Jahre Umweltminister war, immer gern im Finanzministerium gearbeitet, weil er auch viel habe gestalten können. Als Beispiele nannte er das Hochschulbauprogramm Heureka und das Konjunkturprogramm des Landes.

Weimar betonte, er hätte auch unter dem neuen Ministerpräsidenten Volker Bouffier weiterarbeiten können. "Man sollte aber nie glauben, dass das Amt und die Person zusammenwachsen." Er verhehlte nicht, sich auch auf ein weniger terminreiches Leben als einfacher Landtagsabgeordneter und Rechtsanwalt zu freuen: "Ich bin seit 32 Jahren im Landtag, meine Frau hat immer alles mitgetragen. Aber sie ist jetzt auch froh. Die Treue und Solidarität von Ehepartnern soll man auch nicht überziehen."  (wet)

Quelle: HNA

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