Zweiter Einsatz trotz Protesten von Naturschützern

Wieder Gift gegen Maikäfer

Pfungstadt. Trotz heftiger Proteste von Umweltschützern, die in einer Strafanzeige des Naturschutzbundes (Nabu) gegen den Pfungstädter Bürgermeister Horst Baier (SPD) gipfelte, ist über einem Waldstück nahe der Stadt zum zweiten Mal Gift gegen Maikäfer versprüht worden.

Die Stadt will mit dem Einsatz des Breitbandgiftes Dimethoat der Maikäferplage Herr werden. Bei Pfungstadt gibt es so viele Maikäfer wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Maikäferlarven fressen Wurzeln der Bäume die dann absterben.

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Das Gift wurde am Donnerstag per Hubschrauber versprüht. Der Einsatz war wegen Regenwetters zuvor mehrere Male abgesagt worden. Grund: Bei Regen wäre das Gift von den Blättern auf den Boden gelaufen und hätte dort Pflanzen und andere Tiere gefährden können. Das Gift war über einem 190 Hektar großen Gelände versprüht worden. Bei einem ersten Einsatz Anfang Mai war das Gift über einer 300 Hektar großen Fläche versprüht worden. Das Regierungspräsidium hatte beim zweiten Einsatz nur auf einer kleineren Fläche genehmigt. Mittlerweile erstattete der Naturschutzbund eine zweite Anzeige. Nach Angaben von Mark Harthun, stellervertretender Landesgeschäftsführer in Hessen, sei das Ausbringen des Giftes überall dort verboten, wo Pflanzen blühten, die von Bienen beflogen würden.

Eine Maikäferplage wie im Süden des Landes ist in Nordhessen nach Angaben von Hessen-Forst sehr unwahrscheinlich. Die Böden im Norden seien zu lehmhaltig für Maikäfer. In den leichten Sandböden des südhessischen Rieds fände der Maikäfer dagegen ideale Bedingungen vor. Der Boden ist dort locker und speichert Wasser. (kle)

Quelle: HNA

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