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OB-Wahl in Wiesbaden: Sozialdemokraten siegen souverän - Wahlbeteiligung historisch niedrig

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Wahlen in Wiesbaden

Stichwahl in Wiesbaden: SPD Kandidat Gert-Uwe Mende siegt deutlich gegenüber seinem Herausforderer Eberhard Seidensticker von der CDU. 

Update, 20.01 Uhr: Wie befürchtet, war die Wahlbeteiligung sehr gering. Nur 31,1 Prozent der Wiesbadener ging an die Urnen. Das ist laut dem Wiesbadener Wahlamt die geringste Wahlbeteiligung seit zwölf Jahren. Im Jahr 2007 wählten nur 26,9 Prozent einen neuen Oberbürgermeister. Somit ist die Wahlbeteiligung an der OB-Wahl 2019 in Wiesbaden die zweitniedrigste seit 1946. 

Wiesbaden hat einen neuen OB gewählt

Update, 19.12 Uhr: Nun steht das Ergebnis fest: Gert-Uwe Mende (SPD) wird Oberbürgermeister von Wiesbaden. Er setzte sich klar gegen seinen Herausforder von der CDU, Eberhard Seidensticker, durch. Am Ende konnte er 61,8 Prozent der Stimmen für sich gewinnen. Mit nur 38,2 Prozent der Stimmen unterlag Seidensticker deutlich seinem Kontrahenten von der SPD. Alle Wahlbezirke sind ausgezählt.

Im Netz wird dem neuen alten OB bereits fleißig gratuliert.


Update, 18.23 Uhr: Die aktuellen Zahlen und Ergebnisse stellt die Stadt Wiesbaden online zur Verfügung. Mittlerweile sind 128 Wahlbezirke ausgezählt, Mende von der SPD liegt mit 64,6 Prozent deutlich vorne. Seidensticker ist mit 35,4 Prozent etwas abgeschlagen. 

Uwe Seidensticker von der CDU muss sich geschlagen geben.

Update, 18.15 Uhr: Es sieht so aus, als würde die OB-Wahl in Wiesbaden mit einem eindeutigen Ergebnis ausgehen. So liegt der Kandidat der SPD, Gert-Uwe Mende von der SPD deutlich vor seinem Herausforderer von der CDU Eberhard Seidensticker. Aber bisher wurden nur 47 der insgesamt 260 Wahlbezirke ausgezählt. Es bleibt also spannend.

Update, 16.50 Uhr: Die Wahlbeteiligung bei der OB-Wahl in Wiesbaden dürfte geringer ausfallen als im ersten Durchgang. Ein Grund dafür könnte sein, dass vor drei Wochen gleichzeitig die Europawahl stattfand und diese viele Wähler zu einem Urnengang motiviert hat. Damals lag die Wahlbeteiligung bei 53,5 Prozent. 

Auf Twitter wird eine Stunde vor Schließung der Wahllokale mobil gemacht.

Update, 16. Juni, 9.24 Uhr: Eine Stichwahl entscheidet heutige ab 8 Uhr über den neuen Oberbürgermeister von Wiesbaden. Rund 200.000 Wahlberechtigte in der hessischen Landeshauptstadt können zwischen Gert-Uwe Mende (SPD) und Eberhard Seidensticker (CDU) wählen.

Sozialdemokrat Mende erzielte im ersten Wahlgang am 26. Mai mit 27,1 Prozent zwar das beste Ergebnis aller sieben Bewerber, verfehlte aber deutlich die erforderliche absolute Mehrheit. Seidensticker kam auf 24,5 Prozent der Stimmen und sicherte sich knapp vor der Grünen-Kandidatin Christiane Hinninger (23,4 Prozent) den Einzug in die Stichwahl. Der Oberbürgermeister wird für sechs Jahre gewählt.

Eberhard Seidensticker oder Gert-Uwe Mende? Die Wiesbadener haben die Wahl.

Der bisherige Amtsinhaber Sven Gerich (SPD) hatte seine Kandidatur im Januar zurückgezogen. Als Grund nannte der 44-Jährige eine "Schmutzkampagne" in der Kommunalpolitik. Die Vorwürfe beschäftigen die Staatsanwaltschaft: Sie ermittelt wegen einer umstrittenen Urlaubsreise nach Spanien gegen Gerich.

Wahl in Wiesbaden: Experten erwarten spannendes Rennen

Update, 15. Juni, 14.31 Uhr: Bei der Wahl zum Oberbürgermeister von Wiesbaden haben am Sonntag rund 220.000 Wahlberechtigte die Wahl: Geben sie in der Stichwahl dem Sozialdemokraten Gert-Uwe Mende oder CDU-Mann Eberhard Seidensticker ihre Stimme. Experten erwarten ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Erste Ergebnisse gibt es laut Wiesbaden.de gegen 18.30 Uhr. Doch schon zuvor halten wir Sie in unserem Wahl-Ticker auf dem Laufenden. Wer selbst vor Ort die Stimmung einfangen will, hat eine gute Option: Eine Wahlparty findet am Sonntag, 16. Juni, ab 18.30 Uhr im Festsaal des Rathauses am Schlossplatz statt. Dort werden die vorhandenen Ergebnisse auf eine Leinwand projiziert.

Wer wird Wiesbadener Oberbürgermeister? Letztes Aufeinandertreffen vor der Stichwahl

Update, 14. Juni, 20.38 Uhr: Bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) kam es zum letzten Duell der beiden Wiesbadener OB-Kandidaten. Unterschiede wurden deutlich bei den Themen Citybahn und Gewerbesteuer. Während CDU-Mann Seidensticker dafür ist, die Gewerbesteuer zu senken, wäre dies für den SPD-Kandidaten Mende ein "leichtfertiges Versprechen", da die von der CDU mitbeschlossenen Hebesätze den Vorgaben der Landesregierung entsprächen. Davon abzuweichen würde die Genehmigung des Haushalts voraussichtlich erschweren, sagt er.

Mende, Befürworter der geplanten Stadtbahn, möchte die bei dem Thema gespaltene Bevölkerung durch einen Bürgerentscheid im Sommer 2020 kitten. So hatte es das Parlament kürzlich beschlossen. Laut Mende gibt es zurzeit keine Alternativen für das Verkehrsproblem. Seidensticker hingegen lässt offen, ob er das Projekt generell befürwortet. Die Trassenführung über die Biebricher Allee gefalle ihm nicht, gibt er aber zu. 

Alle Fakten zu Wahl in Wiesbaden

Erstmeldung, 13. Juni, 13.26 Uhr: Wiesbaden - Am 16. Juni gilt es für die beiden Kandidaten der Stichwahl zum neuen Wiesbadener Oberbürgermeister. Das Rennen entscheidet sich zwischen dem Sozialdemokraten Gert-Uwe Mende, der bei der eigentlichen Wahl am 26. Mai mit 27,1 Prozent der Stimmen vorne lag, und dem CDU-Mann Eberhard Seidensticker, der im ersten Wahlgang 24,5 Prozent der Stimmen für sich verbuchen konnte.

Für die Stichwahl sagt die Statistikabteilung eine sinkende Wahlbeteiligung voraus. Die entscheidende Frage am Sonntag wird daher sein, wer seine Wähler besser mobilisieren kann. Während Mende im ersten Wahlgang quer durch alle Altersgruppen Menschen mobilisieren konnte, fand Seidensticker besonders bei den über 70-Jährigen viel Zustimmung. Erfahrungsgemäß machten sich wahrscheinlich die jungen Leute in geringerem Maße die Mühe, ein zweites Mal wählen zu gehen. 

Wahl in Wiesbaden: SPD hat Probleme bei der Mobilisierung

Ein weiteres Problem für Mende ist, dass die SPD bei der ursprünglichen Wahl erneut viele ihrer traditionellen Anhänger nicht erreicht hat. In den SPD-Hochburgen wie Biebrich, Erbenheim und Amöneburg lag die Wahlbeteiligung nur bei 41 Prozent während in den CDU-Hochburgen wie Sonnenberg und Frauenstein 70 Prozent der Wahlberechtigten wählen gingen. 

Außerdem sind die Zeiten vorbei, in denen Anhänger der Grünen-Kandidatin Christiane Hinninger, die im ersten Wahlgang mit 23,4 Prozent der Stimmen knapp ausschied, bei der Stichwahl automatisch für den SPD-Kandidaten stimmen – gerade, seitdem Schwarz-Grün auf Landesebene eine erfolgreiche Koalition gebildet hat. 

Auf kommunaler Ebene steht hingegen ein Neuanfang an: Der bisherige Wiesbadener Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) trat zur Wahl nicht wieder an, nachdem die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Vorteilsnahme und Bestechlichkeit gegen ihn aufgenommen hat.

Die aktuellen Kandidaten legen sich dagegen auf den letzten Metern nochmal richtig ins Zeug. Seidensticker probiert es morgens um sechs Uhr mit einem "süßen Gruß" an die Pendler am Wiesbadener Hauptbahnhof. Die Idee mit den Schokobrötchen gefällt aber nicht jedem. Mende versucht sein Glück mit roten Kugelschreibern auf dem Marktplatz. Die Kulis kommen ziemlich gut an, ob das aber auch dem Kandidaten hilft, wird sich erst am Sonntag zeigen.

Zu den Kandidaten

Eberhard Seidensticker ist Dachdeckermeister mit einem eigenem Betrieb in Schierstein. Er ist 2005 in die CDU eingetreten, seit 2011 Stadtverordneter und seit 2016 stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher. Bei der Kommunalwahl 2016 wurde er durch kumulieren und panaschieren um zwölf Plätze nach vorne gerückt. Der 53-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Gert-Uwe Mende ist seit 2006 Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion. Zuvor war er Sprecher des hessischen Innenministeriums und Leiter eines Ministerbüros. Seine Kindheit verbrachte er im nordhessischen Bebra, wo sein Vater SPD-Bürgermeister war. Der 56-Jährige ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Von Tobias Möllers

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