Scheue Jäger öfter in heimischen Wäldern - Projekt zum Schutz der Tiere

Wildkatze kommt wieder

Scheuer, nachtaktiver Jäger: Die Wildkatze wird in einigen nordhessischen Wäldern wieder nachgewiesen. Foto: nh

Kassel. Die nachtaktiven Jäger sind auf leisen Sohlen in den dichten Wäldern Nordhessens unterwegs. Zu Gesicht bekommt man sie fast nie, gleichwohl ist ihre Existenz seit Jahren bekannt: Die Rede ist von Wildkatzen. Dass es stabile Wildkatzenpopulationen in Harz, Solling, Reinhardswald sowie in Taunus und Spessart gibt, ist unter Artenschützern bekannt. Im vergangenen Jahr wurde in einem Kooperationsprojekt von Hessen-Forst und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nachgewiesen, dass zumindest eine Wildkatze im Habichtswald ihr Revier hat.

Erste Resultate der Fortsetzung dieses Projektes im Winter 2009/2010 präsentierten Hessen-Forst, BUND, das Fachgebiet ökologische Standort- und Vegetationskunde der Uni Kassel und das Institut für Tierökologie und Naturbildung jetzt am Waldladen Habichtswald. Ergebnis: Die Wildkatzen, vor Jahrzehnten fast ausgestorben, sind gerade im westlichen Landkreis Kassel weiter auf dem Vormarsch. „Wir werten den Nachweis als Beleg dafür, dass unsere Bemühungen um Erhalt und Schutz artenreicher Laubholz- und Altbaumbestände erfolgreich sind“, sagte Uwe Zindel, Leiter des Forstamtes Wolfhagen.

Hohe Ansprüche

Eine gute Nachricht im Jahr der biologischen Vielfalt 2010. Die Wildkatze, die sich hauptsächlich von Mäusen und Kleinsäugern ernährt, gilt als Leitart, die an ihren Lebensraum hohe Ansprüche stellt. „Wenn sie sich nachweisen lässt, kann man davon ausgehen, dass auch viele andere Tierarten gute Lebensbedingungen vorfinden“, ergänzte Matthias Metzger, Hessen-Forst. Der Landesbetrieb arbeitet mit dem amtlichen Naturschutz, aber auch mit dem ehrenamtlichen Naturschutz wie dem BUND in Wildkatzenprojekten zusammen.

Ziel des BUND-Projektes „Rettungsnetz für die Wildkatze“ ist es, die verinselten Lebensräume mit „Korridoren“ zu verbinden. Ansonsten, so Stefan Bitsch vom BUND-Kreisverband Kassel, drohe durch die Zerschneidung der Landschaft eine genetische Verarmung der abgeschlossenen Wildkatzenpopulationen.

Im aktuellen Projekt waren im Winter im westlichen Landkreis Kassel in den Bereichen der Forstämter Vöhl, Wolfhagen und Diemelstadt 40 so genannte Lockstöcke aufgestellt und kontrolliert worden, erläuterte Johannes Lang vom Institut für Tierökologie und Naturbildung. Hierbei handelt es sich um kurze Pflöcke aus rauen Dachlatten, die mit einem Baldrianduft präpariert werden. Dieser zieht männliche wie weibliche Wildkatzen magisch an.

Anhand der an den Pflöcken anhaftenden Haare, die genetisch untersucht werden, lassen sich sogar einzelne Wildkatzen nachweisen. Nach Abschluss der Probenentnahme gilt bereits jetzt als gesichert, dass Wildkatzen von Hofgeismar bis Fritzlar, vom Wolfhager Hügelland bis ins Waldecker Land in den Wäldern vorkommen.

Von Albrecht Weisker

Quelle: HNA

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