K+S: Der Winter kann kommen

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Gut vorbereitet: Die Salzlager der Kasseler Stadtreiniger sind voll. Unser Foto zeigt den Mitarbeiter Sven Haftmann.

Kassel/Northeim. Der Kasseler Kali- und Salzproduzent K+S ist nach eigenen Angaben gut auf den Winter vorbereitet. „Der Schnee kann kommen“, sagt Unternehmenssprecher Michael Wudonig.

Wegen des ungewöhnlich langen, kalten und schneereichen Winters 2009/10 in weiten Teilen Europas und Nordamerikas war zu Jahresanfang Streusalz knapp geworden. Teilweise wurden sogar Autobahnen gesperrt, weil es kein Streusalz mehr gab.

Das soll nun nach dem Willen des deutschen und europäischen Marktführers nicht mehr passieren. Zwar liegt die Produktionskapazität von K+S unverändert bei bis zu 26.000 Tonnen am Tag. Aber Hersteller und Kunden - also Kommunen und Straßenmeistereien - haben eine Reihe von Vorkehrungen getroffen, die einen erneuten Engpass verhindern sollen.

So haben die Kunden deutlich früher und mehr bestellt als im vergangenen Winter. Lagerkapazitäten sind ausgebaut worden, und moderne Streutechnik kommt mit weniger Salz aus.

K+S hat ebenfalls die Lagerbestände um 100.000 auf nunmehr 900.000 Tonnen erhöht, was 35 maximalen Tagesproduktionen entspricht. Alle drei Salzbergwerke im Inland - Borth (Nordrhein-Westfalen), Bernburg (Sachsen-Anhalt) und Grasleben (Niedersachsen) - arbeiten durchgängig im Dreischichtsystem.

Zusätzliche Mitarbeiter

Außerdem werden 120 Mitarbeiter zusätzlich in dem Bereich eingesetzt. Überdies kann K+S in extremen Situationen - wie im vergangenen Winter geschehen - die Kali-Standorte Hattorf (Hessen), Sigmundshall (Niedersachsen) und Zielitz (Sachsen-Anhalt) teilweise auf die Produktion von Auftausalz umstellen. Wenn es ganz hart kommen sollte, werden ganze Schiffsladungen bei der chilenischen Salztochter SPL geordert.

Rund vier Millionen Tonnen Streusalz werden die heimischen Anbieter voraussichtlich bis zum Jahresende im Inland verkauft haben. Hinzu kommen etwa 400.000 Tonnen Importware. Insgesamt sind dann 550.000 Tonnen mehr als im bisherigen Rekordjahr 2005 abgesetzt worden.

K+S hat einen Marktanteil in Europa von 30 Prozent. Fürs Inland nennt das Unternehmen keine genaue Zahl. Branchenkenner schätzen aber, dass es 40 Prozent sind. Die Tonne Streusalz kostet derzeit etwa 50 bis 60 Euro.

Quelle: HNA

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