Beim Hessenslam werden heute die besten Bühnendichter des Bundeslandes gekürt

Wortschlacht in fünf Minuten

Vollzeitslammer: Lars Ruppel schreibt Gedichte und tourt damit um die Welt. Foto: privat/nh

Marburg. Über Kinder, über Brot, über Raupen, über Julia – Lars Ruppel dichtet über alles. Was ihm durch den Kopf geht, muss auch wieder raus, am besten auf der Bühne, am besten vor Publikum.

Der 25-jährige Marburger nennt sich selbst einen Vollzeit-Slammer – seit dem Abitur lebt er vom Dichten, Vortragen und darüber Dozieren. Auch Moderieren gehört zu seinen Aufgaben, wie er heute Abend beim Finale des zweiten Hessenslams zeigen wird - um Worte dürfte der mehrfache Preisträger kaum verlegen sein.

Im Landeswettstreit der Bühnendichter gehen ab 20 Uhr die besten acht Poetry Slammer (siehe Hintergrund) an den Start. Für den Wettbewerb hatten hessische Städte ihre Dichter vorgeschlagen, darunter auch Witzenhausen, Eschwege und Kassel. Die Sieger vertreten Hessen beim Bundesausscheid vom 10. bis 13. November in Essen.

„Schüler, Rentner, Ärzte, Anwälte – bei uns steht jeder auf der Bühne, der Lust dazu hat“, sagt Ruppel, der den Landeswettbewerb vor einem Jahr ins Leben rief. Besonders hebt er hervor, dass sich viele Einwanderer für den Poetry Slam begeistern. Sie alle schreiben nicht für das stille Kämmerlein, sondern für die Bühne. Dort ist alles erlaubt, was die Stimme hergibt und fünf Minuten nicht überschreitet. Das Mikrofon bleibt jedoch das einzige Hilfsmittel. „Verkleidungen und Instrumente sind tabu“, sagt Ruppel, dessen Markenzeichen eine dunkel umrandete Brille ist. Und: „Eine literarische Beschränkung gibt es auch nicht.“ Jeder kann zum Thema erheben, was ihm wichtig ist, oder womit er das Publikum in seinen Bann ziehen vermag. Heute Abend besteht die Jury aus fünf Publikumsmitgliedern, die per Punktetafel ihre Stimme abgeben. Bis zu 350 Zuschauer erwartet Ruppel im Marburger Cineplex.

• Termin: Hessenslam, Finale, Samstag, 23. Oktober, 20 Uhr, Cineplex Marburg

Proben: www.larsruppel.de

Von Heidi Senska

Quelle: HNA

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