Zwei Tote bei Schüssen in Militärbus am Frankfurter Flughafen

Frankfurt. Bei einem mysteriösen Angriff auf einen amerikanischen Militärbus sind am Mittwoch am Frankfurter Flughafen zwei Menschen erschossen und zwei weitere verletzt worden.

Bilder vom Tatort

Tödliche Schießerei am Frankfurter Flughafen

Bei allen vier Opfern handelt es sich nach Angaben der amerikanischen Streitkräfte um US-Soldaten, einer der beiden Toten war der Busfahrer.

Als mutmaßlicher Täter wurde ein 21-jähriger Mann aus dem Kosovo festgenommen. Der hessische Innenminister Boris Rhein sagte, es gebe keine Hinweise auf einen politisch motivierten Anschlag. Dagegen erklärte der amerikanische Kongressabgeordnete Patrick Meehan in Washington, es sehe ganz nach einem Terroranschlag aus.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich bestürzt über das Attentat und sprach den Angehörigen und Soldaten ihr Beileid aus. In Berlin sprach Merkel am Abend von einem "furchtbaren Ereignis" und sicherte zu, dass die deutsche Regierung alles tun werde, um den Vorfall aufzuklären. Merkel betonte, dass noch keine Details bekannt seien.

Der Innenminister des Kosovo, Bajram Rexhepi, bestätigte der Nachrichtenagentur AP, dass es sich bei dem mutmaßlichen Schützen um einen Staatsangehörigen der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik handelt. Dessen Namen gab er mit Arif U. an, der nach Erkenntnissen der Polizei des Landes aus dem nordkosovarischen Mitrovica stammt.

Die Polizei hatte zunächst erklärt, in dem mit amerikanischen Soldaten besetzten Bus sei es zu einem Streit gekommen. Innenminister Rhein sagte dagegen später, der Täter sei "an den Bus herangetreten". Demnach erschoss er einen US-Soldaten vor dem Bus und den Fahrer auf dessen Sitz in dem Militärbus. Von den beiden weiteren Opfern wurde eines schwer und eines leicht verletzt. Auch bei diesen beiden handelt es sich um Soldaten der US Army.

Täter im Terminal überwältigt

Wie Rhein weiter sagte, lief der Täter nach den Schüssen ins Terminal 2 des Flughafens und wurde dort von Beamten der Bundespolizei überwältigt. "Ich bin fassungslos und schockiert", sagte Rhein, der am Nachmittag an den Tatort geeilt war. Polizeisprecher Andre Sturmeit betonte, es gebe keinen Hinweis auf weitere Täter. In die Ermittlungen vor Ort schalteten sich auch Angehörige der amerikanischen Militärpolizei ein.

Der Zwischenfall ereignete sich kurz nach 15.00 Uhr auf der Straße vor dem Gebäude des Terminals 2 im Bereich E. Mit den amerikanischen Militärbussen am Flughafen werden üblicherweise aus den USA zurückkehrende Soldaten wieder an ihre Militärstandorte gebracht.

Flugbetrieb nicht beeinträchtigt

Der Tatort wurde von der Polizei abgeriegelt. Der nahegelegene Zugang zum Parkhaus des größten deutschen und zweitgrößten europäischen Flughafens blieb aber weiter befahrbar. Eine Scheibe des Busses ist offenbar bei der Schießerei zersplittert. Sie wurde von den Einsatzkräften mit weißem Band abgeklebt. Der Flugbetrieb war nach Angaben eines Sprechers der Betreibergesellschaft Fraport nicht beeinträchtigt.

Auch der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier zeigte sich "schockiert und erschüttert" über die Tat. Der kosovarische Innenminister Rexhepi nannte den Anschlag ein "niederschmetterndes und tragisches Ereignis".

dapd

Quelle: HNA

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