Er soll neben Bohlen in die Jury

Gottschalk wird Juror beim RTL-"Supertalent"

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Wird Gottschalk bald neben Bohlen in der Jury vom RTL "Supertalent" sitzen?

München - Thomas Gottschalks Zug durch die TV-Gemeinde geht auch nach der ARD-Pleite weiter. Die neue Station heißt RTL. Bei der quotensicheren Show „Das Supertalent“ darf er neben Dieter Bohlen mitreden.

Thomas Gottschalk hat zwei Wochen nach seinem ARD-Abschied eine neue TV-Heimat aufgetan. RTL hat den 62-jährigen Altmeister der großen Show für die neue Staffel seiner Castingshow „Das Supertalent“ verpflichtet. Der Kölner Privatsender bestätigte am Freitag entsprechende Berichte des Branchendienstes „dwdl.de“ und der „Bild“-Zeitung.

„Ich habe gemerkt, dass das Publikum mich auf der großen Showbühne sehen will - und genau die hat mir RTL angeboten“, zitierte der Sender seinen Neuzugang, der neben Dieter Bohlen über das Fortkommen der Kandidaten entscheiden soll. „"Das Supertalent" ist derzeit die erfolgreichste Showreihe im deutschen Fernsehen. Und ich freue mich auf Dieter Bohlen, denn zwischen uns sind schon immer die Funken geflogen.“

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Aus der Jury verschwinden Motsi Mabuse und Sylvie van der Vaart. „Sylvie van der Vaart ist uns wichtig und wir werden uns gemeinsam auf neue Projekte in den Bereichen Show und Magazine konzentrieren“, sagte RTL-Unterhaltungschef Tom Sänger. „Motsi Mabuse, die 2011 ebenfalls in der Jury saß, wird sich in Zukunft wieder verstärkt aufs Tanzen und die RTL-Show "Lets Dance" konzentrieren.“

Ob es neben Gottschalk und Bohlen noch ein weiteres Jurymitglied geben wird, ließ RTL offen. Die neue Staffel des „Supertalents“ zeigt der Sender ab Herbst. Neben einer neuen Jury soll die Sendung auch „dramaturgisch“ neue Züge bekommen. Produziert wird „Das Supertalent“ von der Ufa-Tochter Grundy Light Entertainment, die auch Gottschalks ARD-Vorabendplauderei „Gottschalk Live“ hergestellt hatte.

Gottschalk war schon einmal bei RTL zu Hause, als er von 1992 bis 1995 einen Late Night Talk moderierte. Damals endete die Zusammenarbeit nach Auseinandersetzungen mit dem damaligen Geschäftsführer Helmut Thoma.

Gottschalk und Bohlen: Von Rivalen zu Kollegen

Jahrelang galten Thomas Gottschalk und Dieter Bohlen als Erzrivalen im deutschen Fernsehen. Jetzt sollen sie Seite an Seite auf der Jury-Bank vom RTL-„Supertalent“ sitzen.

Lange Zeit traten die beiden im Fernduell um die Quoten gegeneinander an: Gottschalk mit dem ZDF-„Wetten, dass..?“, Bohlen mit eben diesem „Supertalent“. Der RTL-Chefjuror hatte Gottschalk mit seiner Show nach Quoten gemessen gehörig in Bedrängnis gebracht. Noch im November 2011 gab Gottschalk vor der „Wetten, dass..?“-Sendung aus Hannover die Kampfparole aus: „Wichtig ist: Bohlen knacken!“

Wirklich überholt hat Bohlen Gottschalk aber nie - mit einer Ausnahme, die aber als Sonderfall in die Fernseh-Geschichte eingehen wird. Am 4. Dezember 2010, als Gottschalk nach 33 Minuten seine Show nach dem Unfall von Samuel Koch abbrach, konnte Bohlen viele ZDF-Seher einsammeln und kam auf insgesamt 8,34 Millionen Zuschauer im Durchschnitt. Gottschalks Schicksalssendung hatten 8,16 Millionen Menschen gesehen.

„Es kann nicht sein, dass "Wetten, dass..?" mit knapp zehn Millionen auf dem zweiten Platz landet, während der Kollege Bohlen mit knapp sieben Millionen Spitzenreiter ist - nur weil bei ihm mehr Halbwüchsige vor der Kiste saßen“, schimpfte Gottschalk 2010 in einem dpa-Interview.

Damals sagte er auch: „"Wetten, dass..?" gibt es jetzt 30 Jahre. Da wurde noch nie jemand vorgeführt und wenn sich mal einer blamiert, dann auf hohem Niveau. Ich verspreche niemandem, dass er zum Superstar wird und frage bei jemandem, der 20 Kisten aufeinander stellt, nicht nach, ob er vielleicht noch ein trauriges Schicksal hat. Das Schlimmste was ich der Menschheit antue, sind die Klamotten, die ich trage. Und daran wird sich auch nichts ändern.“

dpa

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