Gemeindevertreter beschwerte sich über unzumutbaren Zustand in Frankenhain

Dreck im Jugendraum

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Brandlöcher auf dem Tisch, Bierflaschen, Zigarettenkippen und Shisha-Pfeife: So sah der Zustand des Jugendraums in Frankenhain vor wenigen Wochen aus.

Frankenhain. Als Gemeindevertreter Manfred Zindel die Tür des Jugendraums in Frankenhain öffnete, wollte er seinen Augen kaum trauen: Er sah einen verdreckten Fußboden, einen Holztisch mit Brandlöchern und einer Wasserpfeife, verschmutze Toilettenräume und einen überquellenden Mülleimer.

Überall standen oder lagen leere Bierflaschen und sonstiger Müll herum. Vor dem Jugendraum standen bereits seit zwei Wochen mehrere Sofas, die die Jugendlichen offenbar rausgetragen hatten, um draußen zu sitzen.

„Das Bild, das sich mir bot, ist weit entfernt von dem, was man von einem Jugendraum erwartet“, sagte Zindel. Sofort schrieb er einen Brief an den Berkataler Gemeindevorstand. Es müsse geklärt werden, wer die Verantwortung für diesen Raum und die ordnungsgemäße Nutzung habe. Es müsse sich jemand darum kümmern, dass das Jugendschutzgesetz eingehalten werde, und dass hier kein Alkoholmissbrauch oder gar Drogenkonsum stattfinde. Außerdem müssten hygienische Vorschriften eingehalten werden. „Wie soll das weitergehen? So wie jetzt geht es ja wohl nicht, oder?“ heißt es in Zindels Schreiben.

„Ich will nicht, dass der Jugendraum geschlossen wird“, erklärte Zindel. Das sei zwar die einfachste, gleichzeitig aber auch die schlechteste Lösung. Die Einrichtung sei der einzige Treffpunkt für Jugendliche im Ort – insbesondere, da die Vereine heutzutage nicht mehr so eine große Rolle für die Jugend spielen wie früher.

Sofas nicht mehr vorm Raum

„Mit dem Schreiben wollte ich einen Impuls geben, sich mit der Sache auseinanderzusetzen“, sagte Zindel. Danach habe er acht Wochen lang in dieser Sache nichts vom Gemeindevorstand gehört.

In der Sitzung der Gemeindevertreter am Dienstag hatte Bürgermeister Friedel Lenze das Thema in seinem Bericht des Gemeindevorstands aufgegriffen. Zindels Schreiben sei im Gemeindevorstand erörtert worden. Man habe den Dialog mit den Jugendlichen gesucht. Der Raum sei nun geputzt, und die Sofas stehen mittlerweile nicht mehr vor dem Raum.

Regelmäßiges Problem

„Es handelt sich um ein relativ regelmäßiges Problem“, sagte Lenze. Immer, wenn eine neue Generation von Jugendlichen die Verantwortung übernehme, komme es zu solchen Problemen. „Das ist aber keine ganz so dramatische Geschichte.“ Es gebe solche Probleme auch in anderen Jugendräumen im Kreis.

„Ich kann jeden verstehen, der sich darüber beschwert. Aber man sollte auch Verständnis haben für die Jugendlichen, die in einem Alter sind, in dem sie nicht ganz so einfach sind.“ Lenze sagte, er sei neulich da gewesen und habe gesehen, wie die Jugendlichen den Raum geputzt haben. (mah)

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