Friedel Lenze will Bürgermeister der Gemeinde Berkatal bleiben

Kein Gegner bei der Wahl

Steht vor seiner Wiederwahl: Friedel Lenze (SPD), Bürgermeister von Berkatal, vor dem historischen Rathaus. Er ist der einzige Kandidat. Foto: Hörcher

Berkatal. Friedel Lenze ist der einzige Kandidat bei der Bürgermeisterwahl in der Gemeinde Berkatal. Eigentlich könnte er sich freuen, dass er keinen Gegner hat. Stattdessen sagt er: „Ich finde es schade, dass ich keinen Mitbewerber habe. Das zeigt, dass fast keiner mehr Lust hat mitzugestalten. Das ist schon bedenklich für eine Demokratie.“

Es gebe eine hohe Frustration unter den Mandatsträgern, erklärt Lenze. Denn in Zeiten von finanziellen Schutzschirmen seien die Möglichkeiten der Gestaltung manchmal eingeschränkt. Auch Berkatal ist eine Schutzschirm-Gemeinde – dennoch stehe sie im Vergleich zu anderen Gemeinden gut da, erklärt Lenze: „Wir haben jetzt schon das zweite Jahr in Folge keine neuen Schulden gemacht, und bisher noch keine Mittel aus dem Schutzschirm im Anspruch genommen. Darauf werden wir erst Ende dieses Jahres zurückgreifen müssen.“ Der Wille zur Beteiligung sei bei den Menschen schon da – das zeigen Projekte wie der Bau einer Skaterrampe im vergangenen Jahr, an dem sich Jugendliche beteiligten. Auch das Engagement in Vereinen sei toll, sagt der Bürgermeister.

„Wenn ich wieder so ein Ergebnis erziele wie bei der vergangenen Wahl, wäre ich zufrieden.“

Friedel Lenze Bürgermeister

Bei der Bürgermeisterwahl vor sechs Jahren wurde Lenze mit 80 Prozent wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 70 Prozent. „Wenn ich wieder so ein Ergebnis erziele wie bei der vergangenen Wahl, wäre ich zufrieden“, sagt Lenze. 1338 Wahlberechtigte gibt es bei der Bürgermeister-Wahl. Über 90 Personen haben bereits Briefwahl beantragt, Lenze schätzt, dass etwa 130 bis 140 Leute Briefwahl beantragen werden. „Üblicherweise kommt zum Schluss noch mal ein Schwung“, sagt er.

Wahlkampf macht Lenze nicht. „Ich sehe keinen Sinn darin, vor der Wahl von Haustür zu Haustür zu gehen und mich vorzustellen. Ich bin seit 17 Jahren Bürgermeister – wenn mich jemand nicht kennt, dann habe ich meinen Job nicht richtig gemacht.“ Außerdem mache er in so einer kleinen Gemeinde durch seine Arbeit ohnehin jeden Tag Wahlkampf. Das Geld, dass Lenze nicht für den Wahlkampf ausgibt, wolle er für ein Projekt zugunsten der Gemeinde verwenden – beispielsweise einen Abenteuerspielplatz in Frankershausen, der für das kommende Jahr geplant sei.

Eigenständigkeit bewahren

Außerdem wolle er sich dafür einsetzen, dass Berkatal als eigenständige Gemeinde bestehen bleibt, und nicht mit anderen Gemeinden zusammengelegt wird. Auch stehen Projekte zur Dorferneuerung an. Die Mehrzweckhalle soll in diesem Jahr noch saniert werden, und ein Ruheraum im Kindergarten für eine neue Krippengruppe soll bis Anfang September fertig sein. Zudem müsse man sich Gedanken über neue Gewerbeflächen machen – „In diesem Bereich gibt es bereits neue Interessenten“, sagt Lenze.

Von Marc Hörcher

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