Genialer Auftritt im Öx

Hans Krüger: Meister des Nonsens

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Mit seriöser Miene erzählte Hans Krüger die absurdesten Geschichten - und versetzte die Zuschauer in einen dauernden Lachzustand.

Frankershausen. Keine halben Sachen. Wenn verrückt, dann richtig, wenn Blödeln, dann drauf los. Und Hans Krüger hielt sich dran. Der Puppenspieldozent an der legendären Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ zeigte sich bei seinem Auftritt am Samstag in der Frankershäuser Kneipe Öx als Meister des absurden Nonsens und bescherte dem saalfüllenden Publikum zwei fabelhafte Lachstunden - demselben Publikum, das auch imstande ist, hochkarätiges Politkabarett zu genießen.

Aber diesmal hieß es: Einfach die Lachmuskeln aktivieren und in eine Welle der Verrücktheiten mitschwimmen - Hans Krüger als Bademeister.

Der Ostberliner im „besten Mannesalter“, der seine Show mit viel Körpereinsatz präsentierte, stellte sich zuerst vor als Erfinder des Holzfeuerwerks, eine geniale Sache, die man gesehen haben muss: ungefährlich, kinderfreundlich, auch für geschlossene Räume bestens geeignet. Und schon bei der praktischen Demonstration dieser Erfindung krümmte sich das Publikum vor Lachen.

Und es ging munter weiter mit der detaillierten Erzählung von Krügers Erlebnissen als Pilot eines selbstgebastelten Flugzeugs - umständlich-abstrus dargebracht mit viel Berliner Lokalkolorit und einer köstlich gemimten, hochgradigen „feuchten Aussprache“. Und bei dieser Erzählung, die fast den gesamten zweiten Teil des Abends einnahm, wurden alle Register des Absurden gekonnt gezogen - so als hätten die Brüder Marx und „Klimbim“ Pate gestanden.

Das Publikum quietschte vor Vergnügen und machte mit aus voller Kehle bei einem „Chorgesang“, wo es darum ging, solche Geräusche wie Meeresrauschen, einen Dieselmotor oder das Kreischen der Möwen (getrennt nach Möwenböcken und Möwenkühen) nachzuahmen - was zusammen ein völlig neues Klangerlebnis ergab.

Hans Krüger, der immer den Kontakt mit dem Publikum suchte und manche Zwischenrufe geistreich kommentierte, beendete das Programm, sich mit der „Quetschkommode“ begleitend, mit einigen sozusagen Shanties - mit so abstrusen Texten wie „Fragte der Albatros den Leichtmatrose: Was ist los“.

Viel Applaus am Ende dieser Veranstaltung von „Hängnichrum“ - einer Veranstaltung, die sich in keine Schublade unterbringen lässt. Aber wenn Lachen befreit, dann verließen die Zuschauer den Saal als durch und durch freie Menschen.

Von Francisco Pujiula

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