Deutsche Jugendbewegung kehrt mit 3500 Teilnehmern an Traditionsort zurück

Riesige Zeltstadt am Alten Teich

Quartier machen: Die Rundzelte heißen Jurten und sind einheitlich schwarz mit Öffnung im Dach für die Feuerstelle. Foto: Mayer

Frankershausen. Vor 25 Jahren fand dieses Spektakel schon einmal auf der gleichen Wiese bei Frankershausen statt, nur eine Nummer kleiner. Das Meißnerlager zur 100-Jahrfeier des Freideutschen Jugendtages erinnert an den ersten Tag dieser Art am 11./12. Oktober 1913.

Von den erwarteten 3500 Teilnehmern waren gestern Mittag schon 3100 angekommen, haben ihre Zelte (Jurten) aufgebaut, Feuerstellen eingerichtet, Fahnen gehisst und sich bei Sonnenschein kennengelernt oder wiedergetroffen. Sie kommen aus deutschlandweit 60 Pfadfinder- und Wandervögelbünden, Jungenschaften, in Gruppen oder als Einzelpersonen und auch ganze Familien mit älteren oder auch Kleinkinder sind dabei.

Kluft und Behausung sind je nach Zugehörigkeit einheitlich, man unterscheidet sich lediglich in den Farben und Fahnen. Die Zeltstadt auf einer fünf Fußballfelder großen Grünfläche in Hanglage hat eine Lagerfeuerwehr und eine Sanitätsstation, 90 mobile Toiletten stehen zur Verfügung.

Das bis 6. Oktober dauernde Treffen steht in der Tradition der deutschen Jugendbewegung, die vor 100 Jahren ihren Freiheitswillen und ihren gesellschaftskritischen Widerstand gegen die chauvinistisch-patriotischen Gedenkfeiern zur Völkerschlacht von 1813 zum Ausdruck brachte. Die damals geprägte Meißnerformel hat noch heute Gültigkeit und wird am Freitag, 4. Oktober, ab 17 Uhr in einem Festakt noch einmal verkündet, quasi erneuert. Sie lautet: „Die Freideutsche Jugend will aus eigener Bestimmung vor eigener Verantwortung, mit innerer Wahrhaftigkeit ihr Leben gestalten. Für diese innere Freiheit tritt sie unter allen Umständen geschlossen ein.“

Besucher sind willkommen, allerdings sollten Schlafunterkünfte und sanitäre Einrichtungen nicht betreten werden. Die Anfahrt ist ab Frankershausen ausgeschildert. (hm)

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