Hubschraubereinsatz

Chaos auf Hohem Meißner - Kaum Durchkommen für Rettungskräfte

Feuerwehr und Rettungshubschrauber auf em Hohen Meißner
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Feuerwehr und Rettungshubschrauber auf em Hohen Meißner

Die vorläufige Bilanz vom Wochenende auf dem Hohen Meißner: Zwei schwere Unfälle beim Schlittenfahren, festgefahrene Autos und gesperrte Zufahrtswege.

Hoher Meißner – Zwei Schlittenunfälle mit Schwerverletzten, Verkehrsunfälle und der massive Besucheransturm auf dem Hohen Meißner sorgten am Wochenende für einen Dauereinsatz bei Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften. Am Sonntagmittag folgte dann eine Mitteillung über Katwarn und Hessenwarn, dass die Zufahrten zum Hohen Meißner aufgrund des hohen Besucherandrangs gesperrt sind, nachdem bereits am Samstagnachmittag die Durchfahrt vorrübergehend gesperrt worden war.

Per Rettungshubschrauber und Schneemobil mussten am Samstag ein 13-jähriger Junge aus Kassel sowie ein 21-jähriger Mann aus Sontra ins Krankenhaus gebracht werden. Das meldet die Feuerwehr Hessisch Lichtenau. Die Polizei Werra-Meißner war zudem beinahe pausenlos im Einsatz, sperrte Straßen und versuchte den Verkehrsansturm zu regeln.

Am Samstag gegen 14.40 Uhr wurden die Rettungsdienste zu den beiden voneinander unabhängigen Schlittenunfällen am großen Lift auf dem Hohen Meißner gerufen, so Stefan Schlegel von der Feuerwehr Hessisch Lichtenau. Der 13-Jährige sei vermutlich mit Knochenbrüchen sowie stark unterkühlt mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen worden.

Über die Verletzungen des 21-Jährigen aus Sontra ist bislang nichts bekannt. Er sei laut Schlegel mit dem Schneemobil der Schnelleinsatzgruppe Großalmerode zu einem Rettungswagen transportiert worden, der ihn dann ebenfalls in ein Krankenhaus brachte.

Erschwert wurde die Anfahrt der Rettungskräfte durch „wildes Parken und Verkehrschaos“, wie der Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes aus Großalmerode mitteilte. Der Rettungswagen habe massive Probleme gehabt durchzukommen und der nachgeforderte Notarzt sei dann mit dem Hubschrauber zum Einsatzort geflogen worden, bestätigt auch Polizeihauptkommissar Andreas Kalus von der Polizeidirektion Werra-Meißner. Zeitweise sei der Verkehr um den Meißner komplett zum Erliegen gekommen und Zufahrtswege zum Hohen Meißner mussten gesperrt werden.

Hocher Meißner: Kein Durchkommen für Rettungskräfte

Schlitten fahren auf dem Hohen Meißner und Wanderungen im Schnee, diese Freizeitaktivitäten standen am Wochenende nach dem Jahreswechsel bei vielen Menschen auf dem Plan. Das sorgte allerdings – auf dem Hohen Meißner im Werra-Meißner-Kreis aber auch in vielen weiteren nordhessischen Wintersportgebieten – für einen extrem hohen Besucherandrang.

Unfälle sowie blockierte Flucht- und Rettungswege sorgten bei den Einsatzkräften der Polizei Werra Meißner, der Feuerwehr Hessisch Lichtenau und dem Deutschen Roten Kreuz Großalmerode für keine ruhige Minute. Das komplette Wochenende waren die Polizeibeamten wegen des massiven Besucheransturms im Einsatz, bestätigt Polizeihauptkommissar Andreas Kalus von der Polizeidirektion Werra-Meißner.

Trotz einer geschalteten Rundfunkwarnung und der Durchfahrtverbote ließ der Besucherstrom am Samstag nicht nach, so Kalus. Schon vor der Mittagszeit seien sämtliche Parkplätze auf dem Meißner Plateau sowie am Frau Holle Teich belegt gewesen. „Diverse Verkehrsteilnehmer parkten ihre Fahrzeuge im Laufe des Tages in einem mit Durchfahrt verboten gesperrten Gefahrenbereich am Frau Holle Teich“, so Kalus. Doch auf der eisglatten Fahrbahn am Teich hätten sich dann unzählige Menschen mit ihren Autos festgefahren und anschließend den Polizeinotruf gewählt. Das blieb nicht ohne Folgen. Laus erklärt: „Die festgestellten Verkehrsverstöße wurden konsequent geahndet.“ Zudem sei der Straßenverkehr zeitweise komplett zum erliegen gekommen, sodass auch die Rettungswege blockiert waren. Die Gefahrenbewertung habe keine andere Maßnahme zugelassen, als die Zufahrten zum Hohen Meißner in den Nachmittagsstunden für die Durchfahrt für einige Stunden zu sperren, erklärt Kalus. Dies übernahm die Straßenmeisterei Meißner.

Auch am Sonntag rollten Wintersportler in ihren Autos den Berg hinauf. So seien die Parkplätze an den touristischen Ausflugszielen schon gegen 10 Uhr halb voll gewesen, berichtete Kalus vom Einsatz der Polizeibeamten. Gegen 13.30 Uhr ereignete sich dann auch wieder ein Unfall am Naturfreundehaus. Weitere Informationen lagen bis Redaktionsschluss nicht vor.

Im Anschluss wurden die Zufahrtswege wie schon am Samstagnachmittag gesperrt und die Sperrung, die ab 14 Uhr gültig war über Katwarn und Hessenwarn bekannt gegeben. Kurz nach 14 Uhr sollen die Polizeibeamten die Wege bereits geräumt haben. Neben den Verkehrsmaßnahmen sei auch auf die Einhaltung der Corona-Regeln geachtet worden. (von Hanna Maiterth)

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