Anmeldung per Hotline und Internet

Corona-Impfstart frustriert Senioren: Viele Probleme bei den Anmeldungen

Eine Seniorin telefoniert.
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Die Hotlines für eine Anmeldung zur Corona-Impfung sind überlastet, das Netz der Internetseite zusammengebrochen. (Symbolbild)

Unter den Senioren, die seit Montag die Einladung zu der Coronaimpfung bekommen, macht sich Frustration breit.

Werra-Meißner – Im Gespräch mit unserer Zeitung bemängeln viele ein kompliziertes Anmeldeverfahren, überlastete Server und Telefonleitungen sowie hohen Aufwand, die Injektion im regionalen Impfzentrum in Kassel vornehmen zu lassen. „Ich würde mich sofort impfen lassen, aber in Kassel ist das zu umständlich“, sagt beispielsweise Hilmar Thiele (86) aus Oberhone.

In den vom hessischen Innenministerium verschickten Einladungsbriefen wird eine Impfung ab dem kommenden Dienstag in Aussicht gestellt. „Aufgrund der noch begrenzten Menge an Impfstoff“ werden die Impfungen in den sechs regionalen Impfzentren beginnen, heißt es in dem Brief des Innenministeriums. Dazu werden Telefonnummer und Internetadressen genannt, um sich anzumelden.

Schon gleich nach dem Start der Impf-Anmeldung am Dienstag um 8 Uhr ging so gut wie nichts mehr – weder über die Rufnummern noch über die Online-Portale. Angesichts dauerbesetzter Telefonnummern sowie überlasteter und gar zusammengebrochener Computer-Server gab es kaum ein Durchkommen. Wer es tatsächlich schaffte, unter der Hotline 116 117 oder der Rufnummer 0611/50 59 28 88 einen Ansprechpartner am Telefon zu haben, war damit noch längst nicht am Ziel, wie Senioren und deren Angehörige gegenüber unserer Zeitung berichteten.

4000 Termine registriert, 60 000 zu vergeben

Trotz technischer Störung und Überlastung der Systeme seien rund 4000 Termine für eine Erstimpfung registriert worden, teilte am Nachmittag ein Sprecher des hessischen Innenministeriums mit. Wegen der noch sehr geringen Impfstoff-Mengen könnten zunächst nur rund 60 000 Termine an Menschen der höchsten Priorisierungsgruppe vergeben werden. Angesichts des sehr großen Interesses an der Terminvergabe könne es in den nächsten Tagen erneut zu Störungen kommen. (aha)

Viele von ihnen wurden von den Impfservice-Mitarbeitern zum Beispiel über einen Systemfehler oder nicht mehr vorhandenen Impfstoff informiert. Wer die vom Land angegebenen Internet-Adressen impfterminservice.de oder impfterminservice.hessen.de aufrief, der hatte zumeist genauso wenig Erfolg.

Innerhalb kürzester Zeit erfolgten nach Angaben des Inneministeriums mehrere Millionen Zugriffsversuche auf die Webseite und die Hotline, sodass rasch die Kapazitätsgrenze erreicht wurde, was eine technische Störung zur Folge hatte. „Das ist in meinen Augen keine gute Kommunikation“, sagt Werner Baumeister (83) aus Hasselbach, der sich lieber im Impfzentrum in Eschwege impfen lassen würde. „Wir wären bereit“, sagt Jörg Klinge (Werra-Meißner-Kreis). In einem offenen Brief forderten die Landtagsabgeordneten Karina Fissmann und Knut John (beide SPD) Ministerpräsident Volker Bouffier gestern auf, alle 28 Impfzentren sofort zu öffnen. (Von Tobias Stück)

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