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Energiekostensteigerung trifft Krankenhäuser besonders hart

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Von: Tobias Stück

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Gaspreis für Haushalte
Energiekostensteigerung trifft Krankenhäuser besonders hart(Symbolbild) © Patrick Pleul/dpa

Die Energiekostensteigerung trifft Krankenhäuser besonders hart. So auch die Kliniken im Werra-Meißner-Kreis .Unternehmenssprecher Florian Künemund spricht von einem rapiden Anstieg der Strompreise.

Werra-Meißner – Industriebetriebe und insbesondere die Kliniken im Werra-Meißner-Kreis haben massiv unter den steigenden Energiekosten zu leiden. Das Klinikum Werra-Meißner beispielsweise wird in diesem Jahr für Strom das Doppelte im Vergleich zum Vorjahr zahlen. In der Orthopädischen Klinik in Hessisch Lichtenau gingen die Beschäftigten jetzt wegen der hohen Energiepreise auf die Straße.

Unternehmenssprecher Florian Künemund spricht von einem rapiden Anstieg der Strompreise und nennt Beispiele: Im August 2021 habe das Klinikum bei ähnlichem Verbrauch in Eschwege 47 000 Euro für Strom gezahlt, im August 2022 waren es 143 000 Euro. Am Standort Eschwege liegen die Stromkosten Ende September bei 621 000 Euro, 2021 waren es in zwölf Monaten 388 000 Euro.

Matthias Adler Klinikgeschäftsführer
Matthias Adler Klinikgeschäftsführer © Privat

Um auf den Misstand aufmerksam zu machen, sind in der vergangenen Woche Mitarbeiter, Pfleger, Ärzte sowie die Klinikleitungen an den Standorten Eschwege und Witzenhausen sowie vor der orthopädischen Klinik in Hessisch Lichtenau auf die Straße gegangen. „Die galoppierenden Strom- und Energiepreise stellen ein nicht zu kompensierendes Risiko dar“, sagt Klinikgeschäftsführer Matthias Adler. Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen hätten kaum Möglichkeiten, auf die explodierenden Kosten zu reagieren. „Wir können nicht auf Vorrat produzieren und auch keine ,Produktion’ vorübergehend einstellen“, sagt Adler.

2021: 1,1 Millionen Euro für Strom und Gas

Der Gesamtverbrauch des Klinikums Werra-Meißner liegt bei 10,4 Millionen Kilowattstunden Gas (458 000 Euro) und 4,3 Millionen Kilowattstunden Strom (629 000 Euro). Sie beziehen ihre Energie größtenteils von den Stadtwerken Eschwege und Witzenhausen. Über PV-Anlagen erzeugen sie eigenen Strom: in Eschwege mit einer 30-Kilowatt-Anlage (wird ausgebaut), in Witzenhausen 10 Kilowatt. Blockheizkraftwerke in Eschwege erzeugen zwei Millionen Kilowattstunde Strom. ts

Industriebetriebe wie das Eschweger Unternehmen Präwema betrifft insbesondere die Kostensteigerung beim Gas. „Wir erwarten die vier- bis fünffache Steigerung der Kosten für Gas“, sagt Michael Kirch, Energiemanagement-Beauftragter bei Präwema. Und das, obwohl Gaskontingente für 2023 und 2024 schon teilweise eingekauft sind. Auf dem Hessenring wird bereits an Notfallplänen gearbeitet. Täglich sind sie in Kontakt mit einer Beratungsfirma, die sie bezüglich Energie-Einsparmöglichkeiten berät. Jedes Jahr wird der Energieverbrauch bei Präwema um etwa fünf Prozent eingespart. Ziel ist es, noch energieeffizienter und bis 2042 CO2-neutral zu werden. Von Tobias Stück

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