Kinderbetreuung

Eltern finanziell entlasten: Kitagebühren im Kreis sollen für Januar ausgesetzt werden

Der zweite Lockdown fordert vor allem wieder Familien mit Kindern. Sie sollen ihren Nachwuchs nach Möglichkeit zuHause betreuen. Jetzt sollen sie zumindest finanziell etwas entlastet werden.
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Der zweite Lockdown fordert vor allem wieder Familien mit Kindern. Sie sollen ihren Nachwuchs nach Möglichkeit zuHause betreuen. Jetzt sollen sie zumindest finanziell etwas entlastet werden.

Die Kindergartengebühren sollen zunächst für den aktuellen Monat Januar ausgesetzt werden. Darauf haben sich am Donnerstag die Bürgermeister des Werra-Meißner-Kreises verständigt.

Werra-Meißner – Dabei beschreiten die einzelnen Kommunen im Kreis unterschiedliche Wege. Die Gemeinde Meinhard beispielsweise will die Gebühren tatsächlich tageweise erheben. Das heißt, dass Eltern nur für diese Tage eine Gebühr für Betreuung und Mittagessen zahlen, die ihr Kind tatsächlich in der Kita verbracht hat.

Dafür erhalten sie dann eine Rechnung der Gemeinde. Eltern, die ihre Kinder im Januar überhaupt nicht in die Einrichtungen geben, müssen nichts zahlen. Bereits gezahlte Beiträge werden erstattet. „Diesen Aufwand sind uns unsere Eltern wert“, sagt Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill. So werden voraussichtlich auch Berkatal und Waldkappel verfahren, so Waldkappels Bürgermeister Frank Koch.

Das Gros der Städte und Gemeinden im Kreis jedoch favorisiert eine zumindest vom Verwaltungsaufwand her einfachere Variante: Wer seine Kinder mehr als fünf Tage in der Kita betreuen lässt, zahlt die volle Gebühr, werden Kinder weniger als fünf Tage betreut, entfällt die Kitagebühr für den Monat komplett.

„Das werde ich dem Magistrat so vorschlagen“, sagt Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard. Auch die Gemeinde Ringgau bestätigt dieses Vorgehen, wobei Bürgermeister Mario Hartmann darauf verweist, dass der Gemeindevorstand noch darüber entscheiden muss. Generell ist es so, dass abschließend die Gemeindevertretungen und Stadtverordnetenversammlung das letzte Wort haben.

Mit dem zweiten Lockdown war vor allem an Eltern von Kitakindern appelliert worden, ihre Kinder nach Möglichkeit zu Hause zu betreuen, um das Infektionsrisiko zu minimieren. In der vergangenen Woche hatte das Land Hessen den Kommunen für den Monat Januar zwölf Millionen Euro als Ausgleich für entgangene Kitagebühren in Aussicht gestellt.

„Im Bereich der Kinderbetreuung wird derzeit viel auf die Eigenverantwortung und Organisationsfähigkeit der Eltern gesetzt“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Bürgermeister aus dem Werra-Meißner-Kreis. Man sei sich darüber bewusst, dass das in der Lebenswirklichkeit aber an seine Grenzen stoße, insbesondere da finanzielle Entlastungsmöglichkeiten wie das „Kinderkrankengeld“ noch nicht neu gesetzlich geregelt seien.

Auch die Erstattung des Landes Hessen für nicht erhobene Kindergartengebühren aus dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 sei für die Kommunen noch nicht abschließend geregelt.

Dennoch sei man sich in Abstimmung auch mit den nicht kommunalen Trägern wie beispielsweise der evangelischen Kirche oder der Awo einig, die Gebühren für Januar auszusetzen, um so die Familien zumindest finanziell etwas zu entlasten.

Von Stefanie Salzmann

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