"Alt" ist hier niemand

125 Jahre Herleshäuser Arztpraxis Dr. Marsch: Feier mit Poesie und Gesang 

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Bei ihm hat auch die „Ghettofaust“ Grandezza – und zudem heißt sie bei Dr. Hans-Peter Marsch „Knuff“. Lässiger kann man seine jugendlichen Gäste nicht begrüßen.

Die Praxis Dr. Marsch in Herleshausen besteht seit 125 Jahren. Gefeiert worden ist das besondere Jubiläum am Montag - mit einigen Überraschungen, wie es sich für eine gelungene Geburtstagsfeier gehört. 

Der Montag war ein Tag ganz nach dem Geschmack von Dr. Hans-Peter Marsch. Freunde und Wegbegleiter, Patienten und Mitarbeiter, Familie und Herleshäuser waren gern in die Räumlichkeiten am Herleshäuser Hainertor 11a gekommen, um das 125. Praxisjubiläum zu feiern – ganz ungezwungen, herzlich und familiär; mit Poesie, Gesang und in allerbester Stimmung.

Und wie es sich für eine gelungene Geburtstagsfeier gehört, durften auch die Überraschungen nicht fehlen. Spontane Ständchen wie das Helmut Bornscheuers etwa. Der Herleshäuser hat eine ganz besondere Beziehung zur Praxis Dr. Marsch – lebt er doch in der Sackgasse; dort, wo Sanitätsrat Dr. Emil Marsch im Jahr 1895 den Grundstein legte für den Erfolg der Herleshäuser Arztdynastie, die bis in die dritte Generation fortdauert. Der Umzug in die heutigen Räumlichkeiten am Herleshäuser Hainertor erfolgte im Übrigen um die Jahrhundertwende.

Chor der Herleshäuser Südringgauschule singt 

Gesungen, das hat auch der Chor der Herleshäuser Südringgauschule. Die Schüler der dritten und vierten Klassenstufen zauberten den Gästen mit ihren Liedern ein Lächeln ins Gesicht – „und manchmal“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Birgit Gelbke mit einem Augenzwinkern, „wirkt Musik wie diese doch wie ein Arztbesuch“. Statt Geschenken hat sich Gastgeber Dr. Hans-Peter Marsch Spenden zugunsten der Südringgauschule erbeten – aus jahrelanger, tiefer Verbundenheit zu der Herleshäuser Institution.

Und was wäre eine Einladung des Theaterliebhabers Dr. Hans-Peter Marsch ohne Schauspiel und Kunst? Harry Weghenkel, angekündigt als „Haus- und Hofschauspieler“, längst aber zum Freund geworden, faszinierte nicht nur mit dem selbst verfassten „Festsonett auf eine Praxis“ – seine Kunst war zugleich Reminiszenz an Dr. Erich Marsch, den Vater Dr. Hans-Peter Marschs. Erst jüngst erinnerte das Duo im Zuge einer Lesereihe mit Birgit Lehmann und Sabine Heinz an das Leben und Wirken des legendären Arztes. Als Sanitätsarzt hatte Dr. Erich Marsch am Russlandfeldzug teilgenommen und die Schlacht bei Stalingrad erlebt.

Verquickung von Gegenwart und (Medizin-)Geschichte

Die Verquickung zwischen Gegenwart und (Medizin-)Geschichte gelang am Montag hervorragend – angeboten wurden Führungen durch das Privatmuseum Dr. Marschs. Mit hoher Fachkenntnis entführten Doris Drude und Anneliese Krauß-Neumann die Besucher in die Historie – welch ein Geburtstagsgeschenk für die Gäste.

Erinnerungen an Elterngeneration

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