A44: Mit den letzten beiden Abschnitten bis Wommen wird 2018 begonnen

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Die Talbrücke Lindenau in der Simulation (Bauabschnitt 11): Die 529 Meter lange Brücke wird später östlich von Sontra das Lindenauer Wasser mitsamt der K 28 (Sontra-Ulfen) überspannen. Der Tunnel am linken Bildrand ist das Ostportal des Tunnels Bubenrad.

Werra-Meißner. Bis die A 44 von Kassel bis zur A 4 bei Herleshausen komplett befahrbar ist, wird möglicherweise noch das Jahr 2031 vergehen. Heute sind die letzten beiden Bauabschnitte 11 und 12 von Sontra-West bis Wommen vor.

Grund für die Verzögerung ist das Teilstück zwischen Kassel und Helsa (Abschnitt 2), das sich erst noch in der Planung befindet. Andere Abschnitte sind dagegen schon viel weiter oder seit Jahren bereits fertig. Alle Abschnitte, an denen jetzt noch geplant oder gebaut wird, werden hier vorgestellt. 

BAUABSCHNITT 11: SONTRA-WEST BIS TALBRÜCKE RIEDMÜHLE

Der 7,7 Kilometer lange Streckenteil steckt derzeit in der Bauvorbereitung. Das bedeutet: Es sind noch längst keine Bagger und Arbeiter draußen unterwegs, um die Autobahn zu realisieren. Zwar sind die Detailplanungen für die Trassenführung längst abgeschlossen, auch liegt der Planfeststellungsbeschluss bereits seit September 2013 vor. „Doch muss die Bauausführung noch geklärt werden“, sagt Thomas Stein von der Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH). Das heißt: Um einen reibungslosen Bauablauf hinzubekommen, wird nun genau festgelegt, wann was wo in welcher Reihenfolge umgesetzt wird.

Dieser Aufwand ist auch nötig, zumal der Bauabschnitt 11 gleich drei Tunnel aufweist – den Tunnel Holstein (1632 Meter Länge), den Tunnel Bubenrad (582 Meter Länge) und den Tunnel Dachsloch (220 Meter Länge). Alleine um einen Tunnel wie den Tunnel Holstein zu bauen, bedarf es umfangreicher Vorbereitungen. So müssen nicht nur Zuwege für den Materialab- und -antransport geschaffen, sondern auch geeignete Flächen für die ganze Baulogistik eingerichtet werden. „Diese vorbereitenden Bautätigkeiten werden noch in diesem Jahr 2018 beginnen“, sagt Stein. Der Tunnelvortrieb wie auch der Streckenbau starte dann 2019.

Die Strecke führt im Wesentlichen nördlich an Sontra vorbei. Die etwa 7600 Einwohner zählende Stadt wird später durch den Tunnel Holstein vor Autobahnlärm geschützt sein. Die Trasse führt weiter nach Osten über den bewaldeten Höhenzug hin nach Ulfen. Etwa in der Mitte des Teilstücks am Ostportal des Tunnels Holstein entsteht die Anschlussstelle Sontra-Mitte.

Insgesamt sind für den Bau des rund 248 Millionen Euro teuren Abschnitts rund fünf Jahre veranschlagt. Im Jahr 2023 soll der Abschnitt – zusammen mit dem Bauabschnitt 10 (Ringgau bis Sontra-West) – freigegeben werden.

BAUABSCHNITT 12: TALBRÜCKE RIEDMÜHLE BIS DREIECK WOMMEN

Auch der neun Kilometer lange und letzte Bauabschnitt 12 der A 44 steckt noch in den Kinderschuhen. Bislang hat dort erst der Bau der Talbrücke Riedmühle nahe Ulfen begonnen. Sie ist 358 Meter lang und überspannt das Ulfetal. Wenige Meter weiter östlich entsteht die Anschlussstelle Sontra-Ost, die über einen Kreisverkehr an die K 9, die L 3248 und die B 400 bei Ulfen angeschlossen ist. Die B 400 verläuft weiter nach Osten weitgehend parallel zur A 44 in Richtung Herleshausen-Wommen. Ihre Streckenführung wird im Bereich des Alberberges leicht nach Norden verschoben, um Platz für die A 44-Trasse zu schaffen.

Der Streckenabschnitt zieht sich weitgehend geradlinig durch die offene Landschaft. Rechts und links der Trasse sind Einrichtungen zum Schutz von Wildtieren sowie Irritationszäune für Fledermäuse vorgesehen. Letztere sorgen für eine adäquate Überflughöhe, damit die Fledermäuse nicht mit den Kraftfahrzeugen auf der Autobahn kollidieren. Im Abschnitt 12 muss lediglich ein rund 430 Meter langer Tunnel im Bereich des Alberbergs gebaut werden. Der Rest der Trasse ist relativ tief in das Landschaftsprofil eingeschnitten, „damit halten wir den Lärm von den nördlich gelegenen Herleshäuser Ortsteilen Breitzbach, Nesselröden und Wommen fern“.

Baubeginn für den Tunnel Alberberg ist Anfang 2019, er soll 2022 fertig werden. Die Arbeiten am Autobahndreieck Wommen sollen noch im Jahr 2018 beginnen, der gesamte Streckenabschnitt wird voraussichtlich 2022 dem Verkehr übergeben werden. Kosten für die Neun-Kilometer-Strecke: 137 Millionen Euro.

Von Boris Naumann

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