Südringgauschule: Die 25 Abgänger spenden zum Abschied einen Stolperstein

+
Freude über den Abschluss: Mit einem hervorragenden Schnitt absolvierten Real- und Hauptschüler der Südringgauschule Herleshausen ihren Abschluss. Nach den Sommerferien geht es weiter – an weiterführenden Schulen und in den Ausbildungsbetrieben .

18 Realschüler und sieben Hauptschüler der Südringgauschule haben ihre Abschlusszeugnisse bekommen. Zum Abschied spenden sie einen Stolperstein für einen ehemaligen jüdischen Mitbürger.

Etwas Bleibendes hinterlassen, ja etwas von ideellem Wert schaffen: Das wollten die 25 Schüler der diesjährigen Abschlussklassen der Südringgauschule Herleshausen. – und sie haben sich etwas Außergewöhnliches überlegt für „ihre“ Schule, die sie in der wohl prägendsten Zeit ihres Lebens begleitet, sie stets sanft, aber bestimmt vorbereitet hat auf Beruf und Erwachsenenleben.

Ein Stolperstein soll es sein, der im Oktober von den Schülern selbst an der Herleshäuser Bahnhofstraße 11 verlegt werden wird. Schnell, sagt Nele Wetterau, Klassensprecherin der 10 R und Jahrgangsbeste (Schnitt: 1,0) hatten sich die Realschüler auf das Vorhaben verständigt. In Erinnerung bleiben wollte die Abschlussklasse 2019 mit etwas Langfristigem, Substantiellem.

Initiatoren einer einmaligen Aktion: Die Realschüler der Südringgauschule stiften einen Stolperstein. Das überraschte auch Schulleiterin Ursula Rauschenberg (rechts).

„Die Jugendlichen haben sich schon in den Vorjahren um die Stolpersteine in der Gemeinde verdient gemacht“, lobt Schulleiterin Ursula Rauschenberg. Gelesen und gesungen etwa haben die Schüler bei Gedenkveranstaltungen – und die bereits vorhandenen Bronzequader regelmäßig auf Hochglanz poliert. Nur konsequent also die Entscheidung, Geld zu sammeln für den „eigenen“ Stolperstein und sich mit dem Vorsitzenden des Arbeitskreises, Helmut Schmidt, in Verbindung zu setzen. „Unser Stein wird an den jüdischen Mitbürger Max Wolf erinnern“, sagt Schulsprecher Dorian Stein. Der 1932 in Herleshausen geborene Wolf habe vor den Nationalsozialisten nach Palästina flüchten müssen. Vor zehn Jahren schließlich sei Max Wolf verstorben, ergänzt sein Stellvertreter David Behrend.

Nicht nur die Realschüler, auch die Hauptschüler haben sich etwas überlegt: Auch sie werden spenden, und zwar an den Förderverein der Südringgauschule – mit dem Geld werden nachfolgende Schülergenerationen auf das Beste unterstützt.

Spenden an den Förderverein der Südringgauschule: die Abgänger der Hauptschule.

„Sozialkompetenzen und die kritische Auseinandersetzung mit Themen des Zeitgeschehens sind dem ganzen Kollegium wichtig“, sagt Ursula Rauschenberg. Die Schüler der Abschlussklassen, so viel ist sicher, werden ihren Weg machen – auf weiterführenden Schulen in Eschwege oder in der Ausbildung. 

Das sind die Abgänger

Abgänger Realschule Melina Braun, Finja Eisenträger, Sina Göbel, Kira Möller, Wiebke Ruffert, Maren Schwertzel, Nele Wetterau, David Behrend, Jonas Behrend, Hannes Alexander Claus, Felix Deist, Marlon Eichholz, Tristan Ellenberger, Felix Fischer, Leon Hartig, Daniel Sennhenn, Maurice Starbatty, Dorian Stein.

Abgänger Hauptschule Joy Hein, Lara Hejna, Liz Hejna, Maxilian Brodrecht, Adrian Hartung, Pierre Schlothauer, Niclas Zimmermann.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare