Von "A" wie Aubergine bis "Z" wie Zwiebel

Im „Gärtnerhof im Zipfel“ wird Gemüse nach Demeter-Richtlinien angebaut

Überzeugt vom ökologischen Anbau: (von links) Eva Tröll mit Sohn Anatol sowie Ina Tröll. Neben Gemüse haben die Besitzer des „Gärtnerhofes im Zipfel“ in Herleshausen auch selbstgepressten Apfelsaft im Angebot. Foto: Spanel

Herleshausen. Die frostigen Nächte der vergangenen Zeit hat der Boden des großen Feldes an den Herleshäuser Werraauen gut überstanden: Locker-krümelig ist er, erdig-duftend und reich an Bodenleben.

„Die Basis für gesunde Gemüsepflanzen ist der Boden, in dem sie wachsen“, sagt Ina Tröll und deutet auf eine Reihe voller Mangold, dessen kräftig dunkelgrüne Blätter einen Kontrast zum zarten Spitzkohl bilden, der gleich daneben wächst. Gemeinsam mit ihrer Schwester Eva sowie Dirk Vehlewald bewirtschaftet Tröll ihre insgesamt zwei Hektar Land – und das streng nach Demeter-Richtlinien.

„Die Fruchtbarkeit des Bodens ist ein zentrales Element in dieser biologisch-dynamischen Form der Landwirtschaft“, erklärt die ausgebildete Erzieherin. Beim Demeter-Anbau werde diese in erster Linie durch den sogenannten Gründünger hergestellt: „Pflanzen wie Sonnenblumen, Erbsen und Buchweizen werden nicht abgeerntet“, erklärt Tröll, „sondern stehengelassen, später umgehoben und wieder in den Boden eingearbeitet.“ Auf jegliche Form von Chemie könne so komplett verzichtet werden.

Zudem stellt das Betreiber-Trio selbst Präparate aus Heilkräutern her, die vor jeder Aussaat in den Boden eingebracht werden. „Demeter hat eine spirituelle Note“, sagt Tröll mit einem Lächeln, „doch einen gesünderen Anbau gibt es nicht.“

Gemüse wechselt nach Saison

Bewirtschaftet werden die Felder an der Wiesenflur am Ortsrand von Herleshausen das ganze Jahr. Das Gemüse – von Auberginen bis zum Wintersalat mit dem klingenden Namen Zuckerhut – wechselt je nach Saison.

Verkauft wird die Ware an einem eigenen Stand am Eschweger Wochenmarkt sowie immer freitags von 14 bis 19 Uhr im „Gärtnerhof im Zipfel“ am Herleshäuser Hahnhofsweg. „Mittlerweile hat sich eine treue Stammkundschaft gebildet“, sagt Eva Tröll. Gemeinsam mit den Kunden würden dann schon mal Rezepte ausgetauscht und die letzte Erde von den Möhren geputzt – denn die stecken bis kurz vor dem Verkauf noch im Boden. „Frischer kann man sein Gemüse wirklich nicht beziehen“, sagt Tröll und lacht.

Auf dem Hof mitarbeiten 

Angeschlossen ist der Gärtnerhof auch an den Verein Woof. „Gegen Kost und Logis bieten wir die Möglichkeit, bei uns mitzuarbeiten“, sagt Tröll.

Genutzt werde das Angebot von Menschen mit den unterschiedlichsten Berufen und Lebenssituationen – sogar Chinesen und Kanadier machten in den vergangenen Jahren einen Abstecher auf den Herleshäuser Hof. „Manchmal“, sagt Tröll, „tut es aber einfach nur gut, in und mit der Natur zu arbeiten – es gibt wenig, was so sehr erdet.“

Nachhaltigste Form der Bewirtschaftung

„Demeter“ steht für Produkte einer biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise. Die älteste ökologische Form der Landbewirtschaftung geht auf Impulse von Rudolf Steiner zurück, der Anfang des 20. Jahrhunderts auch die Waldorf-Pädagogik und die anthroposophische Heilweise initiierte. Biodynamisch gilt der Demeter-Anbau als nachhaltigste Form der Landbewirtschaftung, denn sie sorgt dafür, dass die Humusschicht kontinuierlich wächst: Durch selbst hergestellte, feinstofflich wirkende Präparate aus Heilpflanzen und Mineralien wird die Bodenfruchtbarkeit gefördert. So soll sich das charakteristische Aroma der Lebensmittel voll entwickeln.

Von Emily Spanel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare