Sanfte Linien und federne Buchen

Auftakt der Reihe „Gartengeschichte(n)“ im Park des Schlosses Augustenau

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Idylle pur: An exponierten Stellen laden Bänke zum Verweilen ein – wie hier mit Blick auf den Teich inmitten des Schlossparks. Letztgenannter zeichnet sich durch einen alten Baumbestand aus. Der Rotahorn (rechts) dagegen ist ein Geschenk des Herleshäusers Dr. Hans-Peter Marsch.

Herleshausen - Die nordhessenweite Reihe "Gartengeschichten" hat ihren Anfang im Park des Schlosses Augustenau in Herleshausen genommen. 

Die Herkunft der eleganten Federbuche sieht man ihr nicht an. Vor vielen Jahrzehnten auf dem Jahrmarkt geschossen und als Preis mitgenommen in den Schlosspark Augustenaus inmitten von Herleshausen, ist sie heute ein Augenschmaus mit ihrem zart gefächerten Blattwerk. Ganz genau hinsehen muss, wer den alten Eiskeller des Schlosses entdecken will – versteckt unter einer dichten, immergrünen Efeudecke verbirgt sich der Raum, in dem in früheren Wintern die aus dem nahen See geschnittenen Eisblöcke verderbliche Speisen kühlten.

Ein Kleinod ist der Schlosspark Augustenaus, der Öffentlichkeit in aller Regel nicht zugänglich und am Mittwochnachmittag nur als Ausnahme geöffnet worden für den Auftakt der Veranstaltungsreihe „Gartengeschichte(n) 2019“ Nordhessen. 25 Plätze waren angedacht, gekommen aber sind weit mehr als 60 Interessierte, um Geschichten rund um eine der schönsten Anlagen Nordhessens zu hören. Von Alexis’ Ruh etwa, früheren Turnier- und Tennisplätzen und auch der äußerst seltenen Flatterulme, im Übrigen Baum des Jahres.

Schloss Augustenau, vom Park aus betrachtet. Gepflegt wird die Anlage von Rolf Knierim und Thomas Weisheit.

Die ganz persönlichen Geschichten des 15 Hektar großen Geländes – allein der Schlosspark umfasst neun Hektar – mit all seinen duftenden Azaleen, den Blutbuchen, Kastanien und Platanen erzählte Alexis Prinz von Hessen mit viel Charme und Humor, angereichert mit Anekdoten und Bezügen zur Familiengeschichte.

Als hervorragende Kennerin der Gartengeschichte erwies sich die Kasseler Landschaftsarchitektin Maren Brechmacher-Ihnen, die die Gäste mit dem nötigen Hintergrundwissen versorgte. Der Schlosspark, zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Max Bertram angelegt, folge einem Lehrbuchschema – betrachte man nur die sanfte Linienführung ohne auffällige Grenzzäune und die gepflegten Wege aus Kies und Rasen, auf denen man das Anwesen umrunden könne.

Geschichten erleben

Alexis Prinz von Hessen und Maren Brechmacher-Ihnen.

Die Veranstaltungsreihe „Gartengeschichte(n) 2019“, initiiert von Garten Nordhessen, bietet eine handverlesene Auswahl von Führungen zu Gärten und Parks, die eine besonders interessante Geschichte und Entwicklung im Kontext der Region Nordhessen haben. Einige sind weniger bekannt und nicht regelmäßig oder öffentlich zugänglich, aber aus diesem Grund umso spannender. Die Geschichte der Gärten ist immer verbunden mit den Menschen, die mit Herzblut und Leidenschaft dort wirken.

Wer eine Gartengeschichte erleben möchte, muss sich anmelden. Das ist möglich per E-Mail an an@garten-nordhessen.de und per Telefon unter 0561/7 09 49 11.

garten-nordhessen.de

Gartengeschichten im Park des Schlosses Augustenau 

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