"Ausflug" auf den Goldberg

Kleine Sensation: Biber unterwegs im Herleshäuser Wohngebiet 

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Ein Biber ist unterwegs im Herleshäuser Wohngebiet Goldberg

Ein Biber unterwegs mitten im Wohngebiet: Unglaublich, aber so geschehen am Montagmorgen in Herleshausen. Ronny Schlägel hat den Moment mit der Kamera festgehalten. 

Seinen Augen kaum getraut hat der Herleshäuser Ronny Schlägel am frühen Montagmorgen auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz: Mitten im Herleshäuser Wohngebiet Goldberg entdeckte er einen Biber. Zunächst vorbeigefahren sei er, habe dann aber den Rückwärtsgang eingelegt, um das seltene Tier zu fotografieren, berichtet Ronny Schlägel: "Sonst hätte mir das ja niemand geglaubt". 

Hinweise auf ein Biber-Vorkommen an der Werra bei Herleshausen hat es in den vergangenen Jahren vereinzelt gegeben: Hier ein gefällter Baum, dort ein abgenagter Ast – und alle wiesen die charakteristischen kräftigen Bissspuren des Nagers auf. Auch sogenannte Rutschkanäle an der Böschung waren deutlich zu erkennen. Die bislang fotografisch dokumentierten Spuren des Bibers reichten von Göringen (Thüringen) bis zur Steinmühle bei Wommen. 

Der rein vegetarisch lebende Biber galt in Hessen seit dem 18. Jahrhundert als ausgerottet. Unter Jägern besonders begehrt war zu dieser Zeit das warme, dichte und wasserabweisende Fell. 1987 begann das Land Hessen damit, 18 Biber im hessischen Spessart bei Sinntal anzusiedeln. Ende 2013 wurden erstmals in Kassel wieder Fraßspuren von einem Biber entdeckt. Seitdem wächst die Population in Nordhessen.

Vor einem Jahr sorgte ein Biber bei Hann.Münden für Wirbel: Er war in die Bootsgasse der Schleuse Bonaforth gefallen und kam ohne Hilfe nicht mehr heraus. Dank des Einsatzes der Feuerwehr, konnte er wieder befreit werden.

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