Fiat vox

Brillante Stimmen in der Kirche

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Inbrünstig: Das Vokalensemble „fiat vox“, hier Solist Nikolaus Nitzsche, begeisterte das Publikum in der vollbesetzten Burgkirche.

Herleshausen. „fiat vox" - Es werde Stimme. Mit brillanten Stimmen begeisterte das Männervokalensemble aus Dresden sein Publikum beim mittlerweile dritten Konzert in der Burgkirche.

Pfarrer Martin von Frommannshausens Stimme überschlug sich fast vor Freude bei der Vorstellung der exzellenten Sänger: „Die Kirche ist voll bis obenhin, obwohl noch gar nicht Weihnachten ist.“

Mit „Hör die Stimme und das Gebet“ von Thomas Tallis sangen „fiat vox“ zu Gott. Die geistlichen Stücke von Ludwig Zimmer über Gustav Schreck bis hin zu Johann Sebastian Bach im ersten Teil des Konzerts brachten das Verlangen zum Ausdruck, bei Gott Gehör zu finden. Unter der Leitung von Karl Hänsel sangen die Tenöre Jonas Finger, Jonas Holzknecht, Johannes Köhler und Nikolaus Nitzsche sowie im Bass Friedemann Koop, Clemens Meusel, Niklas Schietzold und Maximilian Sieghardt. „Unser diesjähriges Tourneeprogramm mit geistlichen Motetten und Klassikern aus Gospel, Rock und Pop ist wie immer meisterlich arrangiert von Maximilian Sieghardt“, erklärte Karl Hänsel die unterschiedlichen Stimmen im großen Bogen durch die Musikgeschichte an diesem Abend.

So waren mit einem musikalischen Augenzwinkern auch die naturverbundenen romantischen Dichter und Komponisten zu hören, die mit großer Sehnsucht die Liebe und den Wein besangen: „Im alten Faß zu Heidelberg, da müßt ihr mich begraben.“ Zu dem Stück von Heinrich Marschner könne Maximilian vielleicht etwas mehr erzählen, meinte Hänsel. „Er studiert in Heidelberg germanistische Linguistik und Psychologie.“

In Herleshausen präsentierte das Vokalensemble „fiat vox“, hervorgegangen aus dem weltberühmten Dresdner Kreuzchor, auch zum ersten Mal die neue CD „Live“. Die jungen Männer gehen ihren eigenen musikalischen Weg, was sie mit Frank Sinatras „I did it my way“ eindrucksvoll zu Gehör brachten. What a wonderful world. Populäre Songs von Billy Joel, Elvis Presley, Nat King Cole, der großen „Diva“ Freddie Mercury und Edwin Hawkins fehlten natürlich auch nicht: „O happy day.“

Die wohl weiteste Anreise zur Burgkirche hatten Zoya Dashyan und ihre Tochter Anna aus Moskau. Zoya besucht ihren Vater in Herleshausen, der am Samstag 100 Jahre alt geworden wäre. Er liegt auf dem sowjetischen Soldatenfriedhof. Altbürgermeister Helmut Schmidt holte die beiden russischen Damen vom Bahnhof in Eisenach ab und lud sie ins „fiat vox“-Konzert ein.

Karl Hänsel im Laufe des beschwingten Abends: „fiat vox ist nicht dafür bekannt, im Mainstream zu schwimmen, aber manchmal können wir uns dem nicht entziehen.“ Und schon stimmte Niklas Schietzold „Happy“ von Pharrell Williams an.

Fiat Vox in der Burgkirche

Mit „Mister Sandman“ von Pat Ballard schickte das Vokalensemble seine Zuhörer schon fast zum Sandmännchen. Hänsel schmunzelnd: „Wenn Sie noch ganz kurz Zeit hätten, würden wir noch gerne…“

Bei der ersten Zugabe „Heilig“ von Franz Schubert sangen ehemalige Kruzianer und die Pfarrer Martin Vogel von Frommannshausen-Schubart und Arne Tittelbach-Helmrich aus Gerstungen gefühlvoll mit. Stehender und lang anhaltender Applaus. Am Ende des Konzerts waren alle „Happy“. Und jeder glaubte für sich: „I believe I can fly.“

Von Ludger Konopka

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