363 Einwohner unterschreiben Begehren – Gemeinde will an Vorhaben festhalten

Bürger gegen Windkraft

Windkraft und Naturschutz: Die Bürger mit Initiative wollen den geplanten Windpark in Herleshausen verhindern. Viele Gründe sprächen dagegen; schützenswerde Vogelarten seien einer. Foto: Archiv

Herleshausen / Witzenhausen. 363 Unterschriften haben die Bürger mit Initiative in Herleshausen gegen den Bau von Windkraftanlagen gesammelt und damit das Bürgerbegehren gegen die Pläne der Kommune eingereicht.

Konkret fordert die Bürgerinitiative, den unterschriftsreif mit der Stadtwerkeunion Nordhessen (SUN) ausgehandelten Vertrag zur Errichtung eines Windparks nicht zu unterzeichnen. Darüber hinaus soll die Gemeinde Windkraftnutzung naturverträglich in ihrem Flächennutzungsplan regeln und erforderlichenfalls der Ausweisung von Vorrangflächen im Regionalplan widersprechen beziehungsweise dagegen klagen. Jetzt muss die Gemeindevertretung über das Bürgerbegehren entscheiden. Stimmt sie den Forderungen nicht zu, wovon nach Einschätzung Bürgermeister Burkhard Schelds auszugehen ist, kommt es zum Bürgerentscheid. Selbst wenn dieser im Sinne der Bürger mit Initiative ausgehe, so Bürgermeister Scheld, „heißt das noch lange nicht, dass der Windpark nicht gebaut wird“. Neben der Gemeinde seien weitere rund 50 Privatpersonen Eigentümer der in Frage kommenden Flächen.

Der Flächenpool sei gegründet worden, damit alle betroffenen Eigentümer von Einnahmen auch dann profitieren, wenn das Windrad jenseits der Grundstücksgrenze steht. Müsse die Gemeinde aussteigen, würden die Anlagen dann lediglich nicht auf den kommunalen Grundstücken gebaut, sondern unter Umständen wenige Meter weiter auf den privaten, sagt Scheld. Lediglich an den Einnahmen würde die Kommune dann nicht partizipieren.

Nach Angaben Schelds sind ab dem Jahr 2016 Pachteinnahmen in Höhe von 50 000 Euro im Haushalt eingeplant. „Die fehlen uns dann, um unsere Verpflichtungen aus dem Schutzschirmvertrag erfüllen zu können“, sagt er und erklärt, dass ihm lediglich die erneute Anhebung der Grundsteuer als alternative Einnahmequelle einfalle.

Die Bürgerinitiative verfolgt mit ihrem Vorstoß das Ziel, über den Flächennutzungsplan die Windkraftflächen zu regulieren. „Wir sensibilisieren die Bürger dafür, was es für sie bedeutet, wenn der Windpark gebaut wird“, erklärt Jürgen Dudek von der Initiative. Dass in nur vier Tagen 363 Unterschriften gesammelt worden seien, „zeigt, dass die Leute verstanden haben, worum es geht“.

Kritik an Windkraft-Plänen gibt es auch im nördlichen Werra-Meißner-Kreis, wo die Bürgerinitiative für ein windkraftfreies Werratal aktiv ist. Sie hatte schon einmal die Ausweisung einer Vorrangfläche für Windkraft bei Berlepsch-Ellerode verhindert. Vor wenigen Wochen hat Fabian von Berlepsch einen Antrag für einen Windpark an der Autobahn 7 an der Landesgrenze zwischen Witzenhausen und Hann. Münden gestellt.

Von Harald Sagawe

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