Ein ganzes Leben Sammler

Dr. Hans-Peter Marsch plant die Errichtung eines Privatmuseums in Herleshausen

Herzstück des Themenbereichs Küche: das Besteck - hier Holzlöffel in allen Variationen.

Herleshausen – Dr. Hans-Peter Marsch ist im Besitz von etwas unschätzbar Wertvollem: Erinnerungen, und davon ein ganzes Haus.

Nahezu sein ganzes Leben, mindestens aber seit Beginn seiner Zeit als praktizierender Herleshäuser Hausarzt im Jahr 1973, hat Dr. Hans-Peter Marsch gesammelt – vom historischen Apothekengefäß bis hin zum Häubchen der traditionellen Ringgau-Tracht.

Zugänglich gemacht werden wird die „Sammlung Marsch“ der Öffentlichkeit künftig als privates Museum – die Arbeiten daran sind derzeit in vollem Gange. Die Eröffnung schließlich soll pünktlich zum Höhepunkt der 1000-Jahr-Feier der Gemeinde Herleshausen, dem Festwochenende über Himmelfahrt, erfolgen. „Noch gibt es eine Menge zu tun“, sagt Dr. Hans-Peter Marsch. Denn so viel mehr als ein Schatzhaus wird sein Museum sein – vielmehr bewahrt und pflegt es die Identität einer ganzen Region. Sämtliche Exponate stammen aus Herleshausen und dem Ringgau; unterteilt werden sie vorerst in die Themenbereiche Apotheke, Doktor- und Wochenbettstube sowie Küche.

Herzstück des Themenbereichs Küche: das Besteck - hier Holzlöffel in allen Variationen.

Damit die Mammutaufgabe des Sortierens, Inventarisierens und Aufarbeitens gelingt, hat sich Dr. Hans-Peter Marsch kompetente fachliche Hilfe an seine Seite geholt: Doris Drude, langjährige Leiterin des Werratalmuseums Gerstungen (Wartburgkreis). „Vom Staub der Jahrzehnte“ habe sie die Exponate befreit, lobt Dr. Hans-Peter-Marsch; „ihr unermüdlicher Einsatz ist ein Glücksfall“. So zeichnet die Gerstungerin verantwortlich etwa für Restaurierungen und Aufarbeitungen, für die zeitliche Verortung einzelner Stücke wie zum Beispiel der wertvollen Werrakeramik, und sie führt Buch über den Fortgang der Ausstellung.

„Hinter jedem einzelnen Gegenstand steht eine persönliche Geschichte“, sagt Doris Drude. Hinter der Puppe mit dem goldenen Haar und den filigranen Gesichtszügen im Kinderwagen etwa: „1905 bekam sie die zwei Jahre zuvor geborene Tochter des Herleshäuser Apothekers Grosche geschenkt“, wissen Drude und Marsch. Mit der Puppe spielen aber durfte das Mädchen nie – nur an Sonntagen war das Anschauen erlaubt. „Ein Zeugnis des Zeitgeistes“, sagt Doris Drude.

Wertvoll: Werrakeramik aus Großensee.

Beispiele wie dieses finden sich in der Sammlung Marsch zuhauf; ihnen allen gemein ist die tiefe Verwurzelung in der Region. Sei es der typische Blaudruck der Bettwäsche, das Kaffeeservice aus Breitzbach oder die Waage aus Zeiten Dr. Emil Marschs, auf der unzählige Herleshäuser Kinder gemessen und gewogen wurden.

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