100 Jahre Hauptgestüt Altefeld - Zum Jubiläum gab es einen Rückblick auf ein Jahrhundert Reitkunst

„Eine Ikone der Vollblutzucht“

Gestüt mit Tradition: 1913 wurde das Hauptgestüt Altefeld bei Herleshausen errichtet. Fotos: Manfred Graf

Altefeld. Zwei ebenso spannende wie unterhaltsame Talkrunden, untermalt durch historische Filmeinspielungen, dazwischen ein opulentes hessisches Büffet: Das Zusammenspiel zwischen der Veranstaltung der Persönlichen Mitglieder der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und dem Jubilar, den Besitzern des 100-jährigen Hauptgestüts Altefeld, der Familie Graf, kam am Dienstagabend einer Demonstration von höchster reiterlichen Kunst gleich.

Die Benefizgala des Pferdesports unter dem Motto „Ritte des Jahrhunderts: Zucht spezial - 100 Jahre Vollblutzucht auf dem Hauptgestüt Altefeld“ avancierte vor rund 250 Gästen aus nah und fern zu einer äußerst interessanten Veranstaltung rund um den Reitsport und die Vollblutzucht.

Maßgeblich daran beteiligt die Moderatoren des Abends, Arnim Basche, Sportjournalist und international anerkannter Pferdeexperte, und Christoph Hesse, Ausbildungsbotschafter der FN, die illustre Gäste aus dem Reitsportgeschehen von gestern und heute auf dem Podium begrüßen konnten, die die gesamte Palette der sportlichen Aktivitäten im Parcours, im Gelände oder im Dressurviereck abdeckten. Dazwischen immer wieder Fragen an Gestütsbesitzer Manfred Graf, denn der Pferdesport der vergangenen 100 Jahre ist eng mit der Zucht auf den Höhen des Ringgaus verbunden.

„Betrachtet man heute das Gestüt Altefeld, so kommt es einem aktiven Museum gleich, wo Tradition und Fortschritt nahtlos einhergehen.“

Eigenes Brandzeichen: Das zum Pfeil stilisierte A für Altefeld.

Arnim Basche und Christoph Hess bezeichneten Gestüt Altefeld als „bedeutenden hippologischen Grund“, kamen schnell auf die „Ikone der Deutschen Vollblutzucht“, den irischen Hengst „Dark Ronald“, der einst für 500 000 Goldmark (rund 2,4 Millionen Euro) von der Insel auf den Kontinent wechselte. „Dark Ronald hat die hohe Hypothek, die auf seinem Kauf lastete, überzeugend abgetragen, hat doch diese Hengstlinie bis heute Bestand“, verwiesen die Moderatoren auf den Stammvater zahlreicher Derbysieger, der auf Gestüt Altefeld seine segensreiche Arbeit verrichtete. „Betrachtet man heute Gestüt Altefeld, so kommt es einem aktiven Museum gleich, wo Tradition und Fortschritt nahtlos einhergehen.“

Zuvor hatte Doris Graf die zahlreichen Ehrengäste begrüßt, darunter unter anderem Wittekind Fürst zu Waldeck und Pyrmont, Rudolf Herzog von Croy (Bewahrer des Croy’schen Naturerbes, der Dülmener Wildpferde), „Hausherr“ Hermann Prinz von Hessen, Dietrich Freiherr von Roeder, Dr. Harald Hohmann (Vorsitzender des Hessischen Reit- und Fahrverbandes) sowie die Sponsoren des Abends, die Volks- und Raiffeisenbank Werra-Meißner mit ihrem Vorstand Stefan Fross an der Spitze.

In der Folgezeit erlebten die Gäste einen Gang durch das vergangene Jahrhundert des Reitsports, zeigten in Filmsequenzen den Werdegang von Dressur, Springen und Vielseitigkeit im Zeichen von Olympia auf, wurden die „Ritte des Jahrhunderts“ von Josef Neckermann mit „Asbach“ oder Hans-Günther Winkler mit dem Phänomen „Halla“ skizziert. Unterbrochen von teilweise launigen Fachkommentaren der ebenso durchsetzungsstarken wie ehrgeizigen einstigen Amazone Romi Kirchoff oder dem international anerkannten und äußerst erfolgreichen Dressurausbilder Conrad Schumacher auf der einen Seite, sowie den erfolgreichen Springreitern Dirk Hafemeister („Ich habe 17 S-Springen gewonnen und wusste, wie man Dressur schreibt!“) sowie dem dreifachen Springderbychampion Toni Haßmann und der äußerst engagiert auftretenden ehemaligen Vizepräsidentin der FN und Verfechterin der kompletten klassischen Ausbildung des Pferdes, Ruth Klimke, Gattin des verstorbenen Olympiasiegers Dr. Reiner Klimke.

Immer wieder wurde Manfred Graf in die Dialoge mit eingebunden, der nicht ohne Stolz aus dem Mund von Arnim Basche vernahm, dass Altefeld als einziges Privatgestüt neben dem Gestüt Zangersheide in Flandern, ein eigenes Brandzeichen - ein zum Pfeil stilisiertes A - hat. „Das eigene Brandzeichen ist für uns Verpflichtung und Ansporn zugleich, damit auch in Zukunft die Altefelder Zucht ihren guten Namen behält“, so Manfred Graf abschließen. (dir)

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