Gedenkveranstaltung

Einprägsamer Moment - Werratal- und Rennsteigvereine rufen zu Spaziergang auf

Lauchröder Brücke: Die Mitglieder der Werratal- und Rennsteigvereine wollen in den Abendstunden des heutigen 9. Novembers an die Grenzöffnung erinnern.
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Lauchröder Brücke: Die Mitglieder der Werratal- und Rennsteigvereine wollen in den Abendstunden des heutigen 9. Novembers an die Grenzöffnung erinnern.

Die Wiedervereinigung ist noch in den Köpfen vieler Menschen. Die Mitglieder der Werratal- und Rennsteigvereine rufen nun zum Gedenken zu einem Spaziergang auf.

Herleshausen – „Ich denke jeden Tag, wenn ich an dieser Brücke vorbeikomme, daran, wie es war, als es diese Brücke noch nicht gab“, so Janett Berger aus Lauchröden. „Es war damals alles sehr emotional und tief gehend, einer der Höhepunkte meines Lebens.“

Den 9. November 1989 erlebten die Mitglieder der Werratal- und Rennsteigvereine alle sehr intensiv. Sie machten es sich zur Aufgabe, in jedem Jahr daran zu erinnern. „Uns ist das auch im 31. Jahr sehr wichtig“, sagt Helmut Schmidt. Man hätte gerne wieder eine größere Veranstaltung geplant.

Ein coronakonformes Konzept hätte es auch gegeben. Doch dann stiegen die Zahlen so rasant, dass die Vereine bereits am 15. Oktober die Reißleine gezogen hatten.

Damit man aber trotzdem der Grenzöffnung und des Mauerfalls gedenken kann, haben sich die Vereine etwas Besonderes ausgedacht: „Machen Sie in den Abendstunden des heutigen 9. Novembers einen Spaziergang in Richtung der Lauchröder Werrabrücke und Sie werden einen symbolischen Gruß unserer Vereine finden, achten Sie dabei auf die aktuellen Auflagen und den einzuhaltenden Abstand“, so Schmidt.

„Für viele ist die Wiedervereinigung selbstverständlich geworden, ich finde es toll, dass Sie in jedem Jahr daran erinnern und diesen weltverändernden Tag in Gedenken halten“, sagt Pfarrer Reinhard Höfling, der in diesem Jahr eigentlich die Andacht gehalten hätte. „Wenn damals nicht die Kerzen und die Gebete gewesen wären, wäre es vielleicht anders ausgegangen, deshalb ist es uns wichtig, auch immer die Kirche mit dabei zu haben“, fügt Schmidt an.

An den Abend des 9. Novembers können sich alle noch sehr gut erinnern. „Es gibt manche Ereignisse, da weiß man noch genau, was man gerade gemacht hat“, so Ulrich Böckel, Vorsitzender vom Rennsteigverein Ortsgruppe Stedtfeld.

„Wir haben damals nach dem Feierabend Fernsehen geschaut und ständig zwischen den vier Kanälen umgeschaltet, weil wir wissen wollten, was es Neues gab“, erinnert sich Schmidt. Am nächsten Morgen sei der Platz vor der Herleshäuser Gemeindeverwaltung voll mit Menschen im Blaumantel gewesen, die schauen wollten, ob es auch wirklich stimmt.

„Ich habe den Satz von Günter Schabowski damals nicht gleich verstanden, ich dachte, man könnte ab sofort einen Antrag stellen, am nächsten Tag waren aber nur die Hälfte der Leute an der Arbeit“, erinnert sich Berger, die nicht sofort über die Grenze fuhr, sondern mit anderen ins Sperrgebiet.

„Wir waren auf der Brandenburg, wo wir vorher noch nie waren, allein das war ein unglaubliches Gefühl.“ Im nächsten Jahr werde man hoffentlich wieder im größeren Rahmen gemeinsam diesen besonderen Tag feiern können, wünscht sich Helmut Schmidt. (Von Sonja Berg)

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