Morgen startet im Hof der Gutsschänke in Herleshausen  eine dreitägige Eröffnungsfeier

Familie Hasenauer angelt sich ihr Glück

Renoviert, aber kaum verändert: Mit Herzblut brachten Georg und Susanne Hasenauer neues Leben in die alte Gutsschänke in Herleshausen. Foto: Bettinger

Herleshausen. Drei Monate renovieren, drei Tage feiern: Mit der Übernahme der seit eineinhalb Jahren leer stehenden Gutsschänke in Herleshausen sind Georg und Susanne Hasenauer ins kalte Wasser gesprungen, baden aber gingen sie nicht. Ab morgen feiern sie drei Tage lang Eröffnung.

1910 baute der Urgroßvater von Prinz Alexis von Hessen das Gebäude an der Karl-Fehr-Straße als Wohnsitz für seinen Gutsverwalter. Um den Hof herum siedelte er Stallungen, Geräte- und Waschhaus an. Bis in die 70-er-Jahre noch wurde das Gehöft entsprechend genutzt. In den darauffolgenden 30 Jahren führten es wechselnde Pächter als Gasthaus mit angeschlossenem Hotel. Seit Anfang 2011 stand es leer.

Verkaufen wollte Alexis die alte Gutsschänke nie. „Sie gehört zu Schloss Augustenau und zur Geschichte meiner Familie“, sagt er. Auch alternative Nutzungen lehnte er ab: Eine Thaimassage-Praxis wollte jemand eröffnen, ein anderes Angebot entstammte dem Rotlichtmilieu. Auch die Umgestaltung in Luxusappartements lehnte Alexis von Hessen ab: „Das passte alles nicht zu dem Haus.“

Dann plötzlich passte es doch: Für den Angelsportverein suchte der aus Österreich stammende Georg Hasenauer, der mit der Hessen-Familie seit über 30 Jahren verbunden ist, ein neues Heim. Einen Tag brauchte es, und der 67-Jährige beschloss, nicht nur den kleinen Anbau für die Angler zu nutzen, sondern gleich die ganze Gutsschänke zu pachten. „Das war wie ein Sechser im Lotto“, erinnert von Hessen sich an seine Reaktion.

Kaum beschlossen, legten die Hasenauers los, unterstützt von ihren Kindern und ihrer Schwiegertochter, die in Eisenach als Kellnerin arbeitet. „Wir haben gar nicht darüber nachgedacht, was das alles bedeutet, sondern einfach gemacht“, erinnert sich Susanne Hasenauer. Für die Gutsschänke kündigte sie ihre Stelle als Altenpflegerin im Wommener Margot-von-Schutzbar-Stift. Ihr Mann Georg war zu dem Zeitpunkt selbstständig unterwegs mit einer Dienstleistungs-Ich-AG, die nun um einen ganzen Familienbetrieb erweitert wurde.

Das Material für die Renovierung des Hauses stellte Alexis von Hessen. Die handwerkliche Arbeit leistete die Familie zum größten Teil selbst. Ein Teil der Tische im Schankraum stammt von einem Trödler in Krauthausen, der andere aus dem Schloss. „Der Stil einer Gutsschänke sollte erhalten bleiben“, so Alexis von Hessen. Die neun Zimmer wurden saniert, die Küche neu gebaut. Dort wollen Susanne Hasenauer und ihre thailändische Schwiegertochter Yuparat Raksilapa bodenständig kochen mit thailändischem und österreichischem Einschlag. „Wir freuen uns auf ganz viele Gäste, mit denen wir wachsen können“, sagt Susanne Hasenauer.

Eröffnungsfeier: Freitag, 12. Oktober, ab 19 Uhr, ab 21 Uhr mit DJ Benjamin. Samstag ab 11 Uhr mit Kinderprogramm, Kuchen ab 15 und Abendessen ab 18 Uhr, DJ Christian spielt ab 21 Uhr. Sonntag beginnt um 10 Uhr ein Frühschoppen nach Oktoberfestart.

Von Stefanie Bettinger

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