Kurhessisch-Waldeckscher Feuerwehrverband tagte in Herleshausen - Zahl der Wehren ist geschrumpft

Feuerwehr muss wieder Spaß machen

Geehrt: Landesstabführer Jochen Rietdorf (links) überreichte Werner Bähr für seine Verdienste um das Musikwesen der Feuerwehr das hessische Musiker-Ehrenzeichen. Foto: Möller

Herleshausen. 25 081 Aktive in den 958 Freiwillige Feuerwehren im Bereich des Kurhessisch-Waldeckschen Feuerwehrverbands sind die Garanten für die tägliche Sicherheit der Menschen in der Region von Nord- und Osthessen. Was sich auf den ersten Blick recht imposant liest, sieht in der Realität etwas anders aus, wie am Samstag in der Verbandsversammlung in Herleshausen nachhaltig dokumentiert wurde.

Gründe dafür sind der demographische Wandel, besonders aber die Tatsache, dass das Ehrenamt, allen voran in der Politik, sichtlich nicht mehr den Stellenwert genießt den es benötigt, um entsprechend Nachwuchs zu generieren.

Ehrenamt stärken

„Die Freiwillige Feuerwehr kann nur funktionieren, weil wir so viele sind, die sich ehrenamtlich engagieren. Wir müssen alles dafür tun, damit das Ehrenamt erhalten bleibt“, unterstrich Verbandsvorsitzender Werner Bähr seinen Appell an Mandatsträger und Ehrengäste und fügte an, dass unter anderem besonders die Politik gefordert ist, um die Basis dafür zu schaffen „dass Feuerwehr wieder Spaß macht“.

„Die Freiwillige Feuerwehr kann nur funktionieren, weil wir so viele sind, die sich ehrenamtlich engagieren.“

Mit Blick auf die Statistik verwies Bähr, dass die Zahl der Wehren in den vergangenen 33 Jahren von 1032 auf 958 geschrumpft ist, sich die Zahl der Aktiven von 31 374 auf 25 081 verringert hat. Als löbliche Ausnahme stellte der Verbandsvorsitzende den Werra-Meißner-Kreis heraus, der dem Minustrend der vergangenen Jahre erfolgreich begegnet ist und als einziger Kreisverband in 2013 eine Zunahme der Aktiven um 18 Personen melden konnte. Dennoch, 6293 Einsatzkräfte weniger seien ein Beweis dafür, dass es höchste Zeit ist, diesem Trend entscheidend zu begegnen.

Eine Verbandsversammlung, deren Tagesordnung nur wenig Zündstoff barg, zog ihr Feuer aus der „Brandrede“ von Herleshausens Bürgermeister Burkhard Scheld. Der Verwaltungschef der mit 2837 Einwohnern, verteilt auf elf Ortsteile, relativ kleinen, flächenmäßig gesehen aber mit zahlreichen Brennpunkten versehenen großen Gemeinde, zeigte sich zumindest für einen Tag „sicher und beschützt“, doch insgesamt sei es nicht gut bestellt im Südringgau. Finanziell unter dem Schutzschirm des Landes, bleibe so gut wie kein Spielraum für besondere Ausgaben: „Die hohen Anforderungen des Brandschutzes können wir angesichts der zahlreichen Brennpunkte nicht erfüllen und dazu kommt, dass große Teile der Einsatzkräfte über den Tag hinweg nicht oder nur sporadisch in ihren Heimatkommunen zu erreichen sind.“ Ein weiteres Manko sei die unzureichende Ausstattung der Südringgauer Wehren. „Wir müssen fünf Fahrzeuge austauschen, fragt sich nur von was“, verwies Scheld auf das magere Haushaltsbudget und führte an, dass eine betriebswirtschaftliche Berechnung bei den Feuerwehren ein Unding sei.

Lösungen suchen

Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke verwies darauf, dass der Brandschutz nach wie vor eine kommunale Aufgabe ist. Doch wollte er sich den Klagen der Herleshäuser nicht verschließen, bot eine Gesprächsrunde an, wo auf einen vernünftigen Planungsprozess auch die Beschaffung erfolgt. „Wir arbeiten im Regierungspräsidium lösungsorientiert. Unsere Aufgabe ist es Brände zu löschen und nicht noch zusätzliches Benzin in die Flammen zu gießen.“

Von Dieter Möller

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