Der Beste aus drei Landkreisen

Florian Wagner aus Herleshausen schließt Ausbildung zum Fleischer vorzeitig ab

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Florian Wagner hat die Ausbildung zum Fleischer mit Bravour bestanden: Speziell bei der Wurstherstellung beweist er besondere Qualitäten.

Dank seiner hervorragenden Leistungen in Theorie und Praxis konnte Florian Wagner aus Herleshausen das Angebot der Lehrzeitverkürzung annehmen und seine Ausbildung zum Fleischer bereits nach zweieinhalb Jahren zum Abschluss bringen.

Bei der mit Bravour bestandenen Prüfung kommt noch eine besondere Note zum Tragen, denn der 19-Jährige setzte sich gegen die Mitbewerber aus drei Landkreisen als Bester durch.

„Ich bin durch mein Elternhaus quasi mit der Fleischerei aufgewachsen, denn mein Vater führt seinen Betrieb in Herleshausen, wo ich schon in jungen Jahren bei leichten Arbeiten mithelfen durfte. Durch diese unmittelbare Nähe und natürlich vor dem Hintergrund, das Geschäft später einmal zu übernehmen, stand mein Berufswunsch früh fest“, erklärte Florian Wagner, der nach der Realschule in Herleshausen die Ausbildung bei Peter Fey in Nesselröden begann.

In anderen Betrieb hineinschnuppern

„Als umtriebiger Mensch, der ich nun mal bin, wollte ich schon während der Ausbildung in einen anderen Betrieb hineinschnuppern und dort meine Lehre beenden. So bin ich zur Landmetzgerei Teichhof nach Grandenborn gekommen, wo ich von der Familie Linhose, vom dortigen Meister Oliver Görk und den Kollegen prima aufgenommen wurde“, konstatiert Florian Wagner, dass er sich gerade im Vorfeld der Abschlussprüfung der besonderen Unterstützung sicher sein durfte.

„Ich habe ihm eigens das schwierige Auslösen von Rindervierteln vermittelt, was er großartig umgesetzt hat. Auch wenn mal Not am Mann war, konnten wir uns immer auf ihn verlassen, ja, er hat schon als Lehrling außergewöhnliche Fähigkeiten bewiesen, speziell, weil er mitgedacht und Eigeninitiative entwickelt hat“, lobte ihn Edgar Linhose. Er – Edgar Linhose – setzte sich aufgrund der Mittleren Reife von Florian persönlich bei der Berufsschule in Hersfeld für die Lehrzeitverkürzung ein.

Am Ende der Beste

In Bad Hersfeld, wo er in geraden Wochen einmal und in ungeraden zwei mal in der Woche geschult wurde, traf er auf die Auszubildenden der drei Landkreise Fulda, Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner. „Aus meiner Klasse waren noch zwei weitere Kumpel für die vorzeitige Prüfung zugelassen, aber mit der glatten Note zwei war ich am Ende der Beste“, lässt Florian Wagner voller Stolz erkennen und wünscht an dieser Stelle den Kollegen, die noch ein halbes Jahr auf die Prüfung warten müssen, viel Erfolg.

„Die Kameradschaft in der Fleischer-Ausbildungsklasse war wirklich sehr gut. Und obwohl zum Teil über 100 Kilometer zwischen unseren Wohnorten liegen, wollen wir uns künftig einmal im Jahr in Kassel treffen, wo wir die überbetriebliche Ausbildung absolviert haben und uns die prüfungsrelevanten Themen vermittelt wurden“, blickt Florian Wagner, der seine besonderen Qualitäten in der Wurstherstellung sowie beim Ausschlachten der Schweine sieht, in die Zukunft: „Zunächst möchte ich jetzt im Betrieb von meinem Vater weitere Erfahrungen sammeln, um dann die Meisterprüfung in Angriff zu nehmen.“

Warten auf Freisprechung der Kreishandwerkerschaft

Auf die traditionelle Freisprechung der Kreishandwerkerschaft muss der einzige Fleischer-Junggeselle des Werra-Meißner-Kreises allerdings noch warten. Das Coronavirus stoppte die bereits terminierte Veranstaltung in den Beruflichen Schulen in Eschwege.

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