Friedhofsauschuss tritt zurück: Streit um Gräber ist eskaliert

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Soll nun von kirchlicher in kommunale Trägerschaft übergehen: der Friedhof im Herleshäuser Ortsteil Breitzbach. Der Friedhofsausschuss ist geschlossen zurückgetreten.

Breitzbach – Derart zugespitzt hat sich ein seit Jahren schwelender Streit um den Friedhof des Herleshäuser Ortsteils Breitzbach, dass der Friedhofsausschuss nun geschlossen und mit sofortiger Wirkung zurückgetreten ist.

Trägerschaft und Verwaltung der Grabstätten sollen künftig an die Kommune Herleshausen übergehen, bestätigt Pfarrerin Katrin Klöpfel auf Anfrage: „Ein solcher Beschluss ist in der jüngsten Sitzung des Kirchenvorstands gefasst worden.“

Die Grundlage

Die aktuell gültige Friedhofsordnung Breitzbachs ist vor zwölf Jahren beschlossen und durch die Aufsichtsbehörde, das Landeskirchenamt, bestätigt und genehmigt worden. Auf der Grundlage dieser geänderten Friedhofsordnung sind die Besitzer der abgelaufenen Grabstätten auf dem alten Teil des Friedhofs aufgefordert worden, diese zu räumen. Das Ziel war und ist eine Umgestaltung des Bereichs.

Der Streit

„Die meisten Nutzungsberechtigten kamen dieser Aufforderung nach“, heißt es vonseiten des Friedhofsausschusses. Mit zwei Parteien aber sei es zum Rechtsstreit gekommen, der mit einem Gerichtsurteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs zugunsten des Friedhofsausschusses geendet habe. Daraufhin habe einer der Nutzungsberechtigten die Grabstätten geräumt.

Der Rücktritt

Trotz mehrfacher Aufforderung, heißt es in einer Erklärung des Friedhofsausschusses, seien zwei Grabstätten nicht geräumt worden. Um eine Räumung abzuwenden, wurde das Amt für Denkmalschutz eingeschaltet, das die Grabsteine entsprechend unter Denkmalschutz stellte. „Hinsichtlich dieser Vorgehensweise sehen sich die in den Friedhofsausschuss entsandten Ausschussmitglieder gezwungen, ihr Amt mit sofortiger Wirkung niederzulegen.“

Das Verfahren

Der Beschluss, den Friedhof Breitzbach von kirchlicher in kommunale Trägerschaft übergehen zu lassen, ist vom Kirchenvorstand gefasst worden. Ebenfalls zustimmen muss der Gemeindevorstand. Geregelt wird das Prozedere durch einen Übergabevertrag, der von beiden Seiten – Kommune und Landeskirche – überprüft und genehmigt werden muss. Bis das Verfahren abgeschlossen ist, übernimmt Katrin Klöpfel die Aufgaben des zurückgetretenen Ausschusses.

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