Frischekur für die Kirchen

Spezialisten von Herleshäuser Firma sind bei Sanierungen weltweit gefragt

Sinn für Details ist gefragt: Maurer Dieter Roth (vorn) und Steinmetz Tim Becker arbeiten an der Verfugung des Mauerwerks der Laudenbacher Kirche. Danach wird die Fassade mit feuchten Jutebahnen abgehängt, um den Kalkmörtel mit Feuchtigkeit zu sättigen. Fotos: Spanel

Herleshausen. Konzentriert bringt Dieter Roth aus Aue Spezialmörtel in die Fugen des historischen Mauerwerks der Laudenbacher Dorfkirche auf. Routiniert arbeitet sich der Maurer vor, Zentimeter für Zentimeter. Seit Mitte Mai ist die Sanierung des kleinen Gotteshauses in vollem Gange und steht nun kurz vor dem Abschluss.

„Natürlich soll das Bauwerk in erster Linie erhalten werden“, sagt Bautechniker Gerhard Buchenau von der Firma Claus Ellenberger aus Herleshausen, der den Fortgang der Arbeiten an diesem Tag überprüft. „Mindestens genauso wichtig ist aber, dass unsere restauratorischen Arbeiten auch zum Baustil passen.“

In den vergangenen Jahren, erklärt Buchenau und deutet auf einen noch unverfugten Teil des Gemäuers, sei bei Sanierungen wie so oft Zementmörtel verwendet worden. Weil der aber kaum Feuchtigkeit durchlasse, habe sich das Regenwasser gesammelt, in den Fugen abgelagert und das Gemäuer angegriffen. „Davon ist der Stein porös geworden“, sagt Restaurator. Damit die aktuelle Sanierung von Dauer ist, verwenden die Spezialisten der Firma Ellenberger Mörtel, der nach alter Rezeptur hergestellt wird – oftmals noch von Hand. „Da ist Fingerspitzengefühl und Erfahrung gefragt“, sagt der Willershäuser, der die neusten Mischungen auch schon einmal in der heimischen Waschküche anrührt.

Das Mauerwerk soll in seiner ursprünglichen Form erhalten werden: Gerhard Buchenau ist Experte für die denkmalgerechte Restaurierung.

Herumgesprochen hat sich dieses geballte Fachwissen nicht nur deutschland-, sondern auch weltweit: Wo auch immer Natursteine restauriert oder Mauerwerk an denkmalgeschützen Gebäuden instandgesetzt werden soll, sind die Experten aus Herleshausen gefragt. „Unser Spezialgebiet sind statische Instandsetzungen“, sagt Buchenau, der als Berater für die Sanierung der Grabeskirche in Jerusalem zur Verfügung stand. „Wir verfügen über eigene, sogenannte Anker-Konzepte.“

Aktuell sind die zwölf Mitarbeiter der Firma auf Baustellen zwischen Husby an der dänischen Nordseeküste und der Insel Reichenau (Bodensee) unterwegs. „In Erinnerung bleiben“, sagt Buchenau, „werden mir die anspruchsvollen Arbeiten an der Liebfrauenkirche in Bremen, am Kölner Dom oder der riesigen Klosteranlage Benediktbeuren“. Wer sich für die Sparte Restaurierung und Denkmalpflege entscheide, komme eben viel herum. „Allerdings“, so der Willershäuser, „bedeutet das auch, sich immer wieder auf neue Charaktere einstellen zu müssen.“

• Wegen ihres großen Erfolges möchte die Firma Ellenberger noch zwei Maurer einstellen, die idealerweise aus der Region stammen sollen. Weitere Informationen unter www.Ellenberger-Bau.de oder Telefon 0 56 54/9 24 83 33.

Von Emily Spanel

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