Zurück zur alten Liebe: Gestütsmeister Andreas Löwe besucht Altefeld

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Zurück auf Altefeld: Eingerahmt von Manfred und Doris Graf, der ehemalige Erfolgstrainer und Gestütsleiter von Waldfried, dem heutigen Altefeld, Andreas Löwe, vor dem Porträt des dreijährigen Galopper des Jahres 1961 und Derbysiergers Baalim von Mangon aus der Blauen Adria. 

Altefeld. Alte Liebe rostet nicht. Dieses deutsche Sprichwort trifft auch auf Andreas Löwe und seine Gattin Anne zu, die von Zeit zu Zeit den Weg von Köln auf die Höhen des Ringgaus finden, um eine intensive Wiederbegegnung mit den Stätten ihres einstigen Wirkens zu feiern.

Von 1974 bis 1981 war Andreas Löwe Gestütsmeister auf dem einstigen Gestüt Waldfried, während seine Frau für einige Jahre den Kindergarten in Herleshausen leitete.

Von Kindesbeinen an mit Pferden in Kontakt – der Vater des gebürtigen Potsdamers war Trainer, Vollblutzüchter und anerkannter Fachtierarzt für die speziellen Erkrankungen der Rennpferde auf dem schlesischen Gestüt Linderhof – absolvierte Andreas Löwe ab 1960 eine Ausbildung im Rennstall des Gestütes Ravensberg. Weitere Erfahrungen sammelte er im väterlichen Rennstall und im Gestüt Lindenhof sowie in Newmarket (Cheveley), ehe er den erfolgreichen Abschluss als Trainer und Gestütsleiter feiern konnte.

„Als Reiter war ich zu schwer, doch die Vollblüter hatten es mir angetan“, resümierte der 74-Jährige im Gespräch, zu dem Doris und Manfred Graf auf den Balkon des Waldstalls geladen hatten. „Es folgte die Weiterbildung in Zucht und Training bis zum Gestütsmeister. Meine erste Station war das Gestüt Fohlenhof in der Pfalz, ehe ich ein Angebot von Alexandra Scherping erhielt, Gestüt Waldfried zu übernehmen. Für uns waren die Höhen des Ringgaus und Altefeld Liebe auf den ersten Blick, wenngleich die Pferde nicht mehr das Format der Vergangenheit hatten“, so Andreas Löwe rückblickend.

16 Millionen Euro Preisgeld

„Erfolge sind das Salz in der Suppe“, lautete das Motto des engagierten und von Beständigkeit gekennzeichneten Galopptrainers bei seinem Neustart in Köln. Und er ließ seinen Worten Taten folgen: 1163 Siege in Flachrennen, dazu 25 Siege in Hindernisrennen sind seine eindrucksvolle Bilanz, die sich im Dezember des vergangenen Jahres nach 35 erfolgreichen Jahren schloss. Für seine Besitzer verdiente er fast 16 Millionen Euro Preisgeld. Mit fünf Pferden – Silvester Lady, Mystic Lips, Amaron, Lucky Lion und Sirius – triumphierte er auf allerhöchster Ebene. Sieben klassische Siege stehen zu Buche. 

Mit Protektor verband Andreas Löwe ein ganz besonderes Verhältnis. Über acht Jahre hinweg lief der Acatenango-Sohn auf den nationalen und internationalen Bahnen auf höchstem Niveau. Nach seinem Erfolgsgeheimnis befragt, gibt sich Andreas Löwe bescheiden: „Neben der Beständigkeit musst du den Blick für die Natur des Pferdes haben, musst dich in das Tier hineinversetzen können, damit es seine Höchstleistungen auf den Punkt bringt. Ebenso wichtig ist eine gut funktionierende Mannschaft sowie die Erziehung der jeweiligen Pferdebesitzer dahingehend, nicht zuviel zu wollen.“ Andreas Löwe kann und will den Motor aber auch nach dem Ausstieg als Trainer nicht abstellen.

Vollblut-Service

Neben der zweijährigen Beratertätigkeit in seinem bisherigen Stall biete der 74-Jährige seinen Vollblut-Service an. „Seit mehr als 50 Jahren beschäftige ich mich beruflich mit Vollblütern, in aller Bescheidenheit kann ich sagen: mit einigem Erfolg. Mich begeistern diese Pferde voller Dynamik, Kraft, Geschwindigkeit und Eleganz.“

Seine Erfahrungen habe er in Zucht und Training, in Gestüten und auf Auktionen national und international gesammelt. Diese Erfahrungen wolle er Interessenten zur Verfügung stellen, so der Erfolgstrainer, der zusammen mit Tochter und Freunden den 70. Geburtstag seiner Frau Anne in Grandenborn feierte.

Von Dieter Möller

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