Tierische Stars im Stall

Gleich zwei Herleshäuser Kühe knacken Lebensleistung von 100.000 Kilo gegebener Milch

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Sie sind eine Besonderheit: Die beiden Kühe des Herleshäusers Michael Dach haben jeweils über dreimal so viel Milch gegeben wie eine durchschnittliche Milchkuh.

Jeder Deutsche trinkt im Durchschnitt etwa 50 Liter Milch pro Jahr. So gesehen haben die beiden Kühe des Herleshäuser Landwirts Michael Dach in ihrem Leben einen Ort mit knapp 4000 Einwohnern ein ganzes Jahr lang versorgt.

Die Tiere mit den Nummern 155 und 159 sind so etwas wie die Stars im Stall, denn sie haben beide die magische Lebensleistung von 100.000 Kilogramm gegebener Milch erreicht.

Landwirte und Fachleute wissen: 100.000-Liter-Kühe sind eine Besonderheit. „Im Durchschnitt gibt eine Kuh rund 30.000 Liter Milch im Leben“, sagt Jost Grünhaupt, beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) in Kassel der Zuständige für die Rinderzucht. Bei einer Gesamtzahl von 140 000 Milchkühen in Hessen erreichen nur etwa 120 die 100.000-Liter-Marke.

Einmalige Leistung

Michael DachLandwirt aus Herleshausen

„Dass das gleich zwei Kühe eines Betriebes auch noch nahezu zeitgleich schaffen, dürfte wohl einmalig sein“, sagt Jost Grünhaupt.

Michael Dach verfügt über einen reichen Erfahrungsschatz in Sachen Tierhaltung – und über den letzten verbliebenen milchviehhaltenden Betrieb überhaupt in Herleshausen. 80 Tiere umfasst die Herde des familiengeführten Betriebs aktuell.

Alles muss stimmen

„Bei einer 100.000-Liter-Kuh muss alles stimmen“, erklärt Michael Dach – von der Genetik über die richtige Pflege und Fütterung bis hin zum berühmten Quäntchen Glück.

„Der Stall ist in Sichtweite sogar des Fernsehzimmers – sollte es ein Problem geben, bin ich in Sekundenschnelle bei den Tieren“, sagt der Landwirt mit einem Lächeln.

Technisches Equipment

Damit sichergestellt werden kann, dass jede Kuh auch topfit ist und nicht über Gebühr beansprucht wird, hat in der Vergangenheit ein großes Maß an technischem Equipment Einzug in den Betrieb gehalten. Unter anderem werden die Daten jedes einzelnen Tiers – individuelle Gesundheitsparameter, Milchleistung, ja sogar der Nährstoffgehalt der Milch heruntergerechnet bis zum Fettanteil – einmal pro Monat ausgelesen und an externe Berater weitergegeben. Aus diesen Daten wiederum berechnet sich die ideale Futtermenge.

Kühe bleiben in der Herde

Was aber passiert nun mit den ausgezeichneten Dach’schen Rekordkühen – immerhin knapp 15 und 13 Jahre alt? „Sie verbleiben weiter in der Herde“, sagt der Landwirt. Gesundheitlich seien sie in einem hervorragenden Zustand. „Besser für die Gesamtsituation der Herde“ sei das ohnehin, lobt Jost Grünhaupt – schließlich verschaffe das zeitlichen Spielraum für eine schonende Aufzucht.

Feier mit der ganzen Familie

„Zu Recht stolz“ könne die Familie Dach auf ihren Betrieb und ihre Kühe sein, sagt Jost Grünhaupt – und so wurde die Auszeichnung auch mit der ganzen Familie inklusive der fünf Enkelkinder bei Kaffee und Kuchen gebührend gefeiert.

„Gern hätte ich den Kindern des Herleshäuser Kindergartens aus diesem Anlass einen Blick in einen Milchviehbetrieb ermöglicht“, sagt Michael Dach – die Coronakrise aber habe diesem Vorhaben leider einen Strich durch die Rechnung gemacht.

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