Spirituelle Auseinandersetzung mit der Natur

Gottesdienst für die Sinne: In Herleshausen wurde erstmals im Freien gefeiert

Pfarrer Manfred Gerland (2. v. r.) gibt an einer der Stationen einen Anstoß zum spirituellen Wahrnehmen der Natur.
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Pfarrer Manfred Gerland (2. v. r.) gibt an einer der Stationen einen Anstoß zum spirituellen Wahrnehmen der Natur.

Gottesdienste werden in aller Regel in Kirchen gefeiert. In Herleshausen und Markershausen gab es diese nun in einer ganz und gar anderen Variante. 

Regentropfen fallen, Vogelgezwitscher ist zu hören und nach und nach steigt der Nebel auf, der die Berge und Wälder in der Ferne verdeckt. Pfarrer im Ruhestand, Dr. Manfred Gerland, zieht eine Linie auf dem Weg, der für die Besucher unweit des Siegelshofes beginnt, und bittet sie, diese Schwelle nun bewusst zu überschreiten und damit insofern in eine andere Welt einzutreten, als sie dahinter mit der eigenen Achtsamkeit und Wahrnehmung besonders präsent und neugierig sein sollen.

„Erleuchte und bewege uns“: Unter diesem Thema standen die ersten Gottesdienste im Freien, die am vergangenen Sonntag ab zehn Uhr in Herleshausen und ab 17 Uhr in Markershausen dazu einluden, sich, angeleitet von verschiedenen Impulsen, spirituell mit der Natur auseinanderzusetzen.

Mit wachen Sinnen durch Felder und Wälder

Bereits am Treffpunkt für den ersten Gottesdienst im Freien, der evangelischen Burgkirche Herleshausen, sangen die Besucher gemeinsam: „Erleuchte und bewege uns, leite und begleite uns!“

Diese Zeilen waren fester Bestandteil der kommenden zwei Stunden, prägten diese in Gedanken und wurden auch an den verschiedenen Stationen immer wieder gemeinsam angestimmt. Angelehnt an Ignatius von Loyola, der dazu aufrief, Gott in allen Dingen zu suchen und zu finden, erklärte Dr. Gerland, dass die größte Quelle hierfür aus seiner Sicht die Natur sei.

So erwartete die Besucher an einer Stelle eine Übung, bei der sie den an diesem Morgen sehr leichten Wind aus allen Himmelsrichtungen spüren und wahrnehmen konnten. „Lasst euch mal von etwas finden“, forderte er an einer anderen Stelle auf und eine Viertelstunde lang gingen die Teilnehmer mit ganz wachen Sinnen durch Felder und Wälder.

Gottesdienstformat war Idee von Manfred Gerland

Gegen Ende des ersten Gottesdienstes „Auf dem Weg“ des Großkirchspiels Herleshausen hatten die Besucher die Möglichkeit, in Zweiergesprächen die Erfahrungen und das Erlebte der vergangenen zwei Stunden Revue passieren zu lassen.

Die Idee zu diesem Gottesdienstformat war Gerland gekommen, der ähnliche Gottesdienste bereits in Germerode angeboten hatte und für den das Thema Spiritualität und Natur in den vergangenen Jahren besonders geworden ist.

Bei der Gestaltung lässt er sich ein Stück weit von den immer anderen Orten inspirieren, wobei das Thema den Fokus mitbestimmt. So soll es am 19. Juli unter der Überschrift „Die Erde ist voll der Güte des Herrn“ vor allem um die Erde und den Erdboden, auf dem wir stehen, gehen.

Dann beginnt der Gottesdienst für alle Sinne um zehn Uhr in Wommen, um 14 Uhr in Archfeld und um 17 Uhr in Holzhausen.

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