Auf dem Gestüt in den Höhenlagen des Ringgaus werden Angus-Rinder in extensiver Haltung gezüchtet

Gutmütige Kolosse auf Altefeld

Ur-Gewalt: Die Bullen erreichen ein Gewicht von mehr als eintausend Kilogramm. Die Kolosse gelten trotzdem als gutmütig. Fotos: Möller

Altefeld. Die Sonne dringt nur schwach durch das dichte grüne Blätterdach. Sie sorgt für geheimnisvoll gedämpftes Licht in einem Teil des Waldes von Gestüt Altefeld. Wind- und Schneebruch haben in den vergangenen Jahren für eine Totholzinsel auf den Höhen des Ringgaus gesorgt. Hier, wo sich die Natur selbst überlassen bleibt und bleiben soll, kommt es im Verlauf des Jahres immer wieder zum Zusammenspiel von Urwaldromantik und dem Ur-Rind ähnelnden schwarzen Angus-Rindern.

„Seit der Gestütsgründung wird auf Altefeld eine Rinderherde zum Nachweiden der Koppeln gehalten“, erläutert Gestütsbesitzer Manfred Graf und verweist darauf, dass Gestüt Waldfried schon 1961 eine Angusherde angeschafft hat. „Diese Angusrinder erwiesen sich als Robustrasse besonders geeignet und sind auch wegen des geschätzten Bratens leichter und besser zu vermarkten als unsere herkömmlichen Hausrinder“, blickt Manfred Graf auf einen heutigen Bestand von rund 70 Tieren.

Aberdeen Angus, auch Aberdeenrind, ist eine Rinderrasse, die erstmals um 1870 in Ostschottland gezüchtet wurde. Diese Masttiere sind meist einfarbig schwarz gefärbt und hornlos. Sie sind relativ kurzbeinig und wachsen schnell. Bullen haben durchschnittlich bei einer Widerristhöhe von 1,40 Metern ein Gewicht von 1100 Kilogramm, Kühe bei 1,30 Metern etwa 625 Kilogramm. Ein weiteres Merkmale ist die Gutmütigkeit. Die Rinderrasse Deutsche Angus wurde in den 1950er Jahren durch Verdrängungskreuzung verschiedener einheimischer Rinderrassen wie Deutsche Holstein Farbrichtung Schwarzbunt/Rotbunt und Fleckvieh in Aberdeen Angus gezüchtet.

Die Winterfütterung besteht aus Heu und Stroh. Die Grassilage wird gleich im Frühjahr von den Koppeln gewonnen und hat den Vorteil, dass für die Pferde immer frische Weiden zur Verfügung stehen. Auf Bestellung werden die Rinder ab Hof vermarktet.

Das Angus-Rind, so Manfred Graf, zeichne sich durch einige Besonderheiten aus. „Es eignet sich primär für die von uns betriebene extensive Tier-Haltung bei der die Tiere ganzjährig im Freien gehalten werden. Es macht keinen Sinn diese Tiere schnell zu mästen, da sie dann nur Fett ansetzten würden.“ Täglich frisches Gras oder Heu - oder wenn es die Witterung nicht anders zulässt - Ballen-Heu-Silage sowie Stroh und immer frisches Wasser reichen dem Angus-Rind aus, um in knapp zwei Jahren das gewünschte Schlachtgewicht zu erreichen. Ihr Fleisch ist kurzfaserig und verfügt über intramuskuläres Fett. Für Kenner ist das einer der gründe dafür, dass dieses Fleisch besonders gut schmeckt.

Die Tiere sind sehr robust, können wahlweise im Stall oder auf der Weide gehalten werden und bringen ihre Kälber durchaus auch noch bei niedrigen Temperaturen alleine zur Welt.

Von Dieter Möller

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