Ausbaukosten liegen pro Punkt bei mindestens 25.000 Euro

Haltestellen im Kreis werden barrierefrei

Werra-Meißner. Alle 821 Haltestellen und -punkte des öffentlichen Nahverkehrs im Werra-Meißner-Kreis sollen vollständig barrierefrei ausgebaut werden – so will es das neue Personenbeförderungsgesetz. Stichtag ist der 1. Januar 2022.

„Pro Haltestelle muss für den beidseitigen barrierefreien Ausbau mit Kosten von 25.000 Euro bis 30.000 Euro gerechnet werden – im günstigsten Fall. Werden beispielsweise noch Stützmauern erforderlich, können die Kosten sogar bis auf 50.000 Euro steigen“, erklärt Wilhelm Gebhard.

Der Wanfrieder Bürgermeister hat die Koordination der interkommunalen Zusammenarbeit zu der Thematik übernommen. So haben sich die Kommunen Bad Sooden-Allendorf, Berkatal, Herleshausen, Hessisch Lichtenau, Meinhard, Waldkappel, Wanfried und Weißenborn zusammengeschlossen, um organisatorische – und finanzielle – Kräfte zu bündeln.

Die barrierefreie Haltestelle der Zukunft halte etwa ein Blindenleitsystem vor, sagt Sabine Herms, Pressesprecherin des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV). Weiterhin sollen spurführende, über 20 Zentimeter hohe Hochborde den Fahrgästen einen weitgehend niveaugleichen Ein- und Ausstieg erlauben. „Grundsätzlich sind mit der Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes alle Haltestellen gemeint“, sagt Sabine Herms. Allerdings könnten eine schwache Frequentierung oder wirtschaftliche Gründe beim Ausbau der Haltestelle Ausnahmen darstellen. „Diese müssen aber gut begründet werden“, so Sabine Herms. Der NVV habe sich mit dem Land Hessen nun dahingehend verständigt, dass in einem ersten Schritt Haltestellen priorisiert werden können.

„Das Land Hessen bezuschusst die Baukosten, der NVV beteiligt sich an den Planungskosten“, sagt die Pressesprecherin. „Ein kommunaler Anteil von 15 bis 25 Prozent der Baukosten sowie 50 Prozent der Planungskosten aber verbleibt“, ergänzt Wilhelm Gebhard.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare