Mit Abstand und Posaunen

Herleshäuser Musiker erfreuen gleich sieben Ortsteile mit kleinen Konzerten

+
Kleine Präsente für die Musiker, hier Heike Meister und Andreas Aßmann an der Dorflinde Holzhausen, zeigen die Dankbarkeit der Zuhörer.

Ruhe muss nicht still sein. Und genausowenig kennt Musik eine Kontaktbegrenzungen – sie bahnt sich auch in diesen Zeiten ihren Weg zu den Zuhörern.

In kleinsten Gruppen, zusammen, aber mit dem allgegenwärtigen Mindestabstand zueinander, haben sechs Herleshäuser ihre Posaunen unter freiem Himmel erklingen lassen. Anrührend, präsent und mit der Kraft, Menschen zu verbinden, schwebten die Töne jüngst über sieben der elf Ortsteile der Großgemeinde.

Hochemotionales Erlebnis

„Nicht nur für die Zuschauer, auch für uns Musiker war dieses Erlebnis wohl einmalig und höchst emotional“, sagt Andreas Aßmann vom Posaunenchor Herleshausen. Gemeinsam mit Heike Meister gab Andreas Aßmann jeweils gut halbstündige Konzerte in Nesselröden, Holzhausen und Unhausen; die Familie Doris und Gerhard Buchenau samt ihrem Sohn versorgte zeitgleich Willershausen, Archfeld und Altefeld, und Matthias Baum spielte als Solist in Herleshausen. „Kaum hatten wir begonnen, öffneten sich die Fenster; die Leute lauschten andächtig“, beschreibt Andreas Aßmann, noch immer ergriffen. Dankesbekundungen wurden durch die Straßen gerufen; und sogar mit kleinen Präsenten der Ortsgemeinschaft wurden die Posaunisten bedacht. „So etwas“, sagen die Musiker aus Leidenschaft, „haben wir noch nie erlebt.“

Gemeinsame Initiative

Entstanden ist die Aktion auf Initiative der Pfarrerin Katrin Klöpfel anlässlich des Osterfestes. Ohne Gottesdienst, ohne Andacht sollte der Ostersonntag auch inmitten der Krise mit all ihren Einschränkungen nicht vorüberziehen.

Der Plan, den höchsten kirchlichen Feiertag zwar etwas unkonventionell, aber umso herzlich-kreativer musikalisch zu bereichern, war schnell gefasst; die sechs Mitstreiter aus dem Posaunenchor Herleshausen rasch gefunden. Denn Musik, das wissen die Instrumentalisten, kann helfen, über Verluste hinwegzukommen oder auch manche Situation besser zu ertragen. 

Weitere Aktionen geplant 

Und darum soll es jetzt auch weitergehen mit der Musik Marke „Jeder für sich, aber alle gemeinsam“. „Natürlich“, sagt Andreas Aßmann, müsse alles streng innerhalb der Regularien vonstatten gehen, Sicherheitsabstände und Hygieneregeln gewahrt werden. Denkbar sei – in enger Absprache – ein Konzert vor einem der Seniorenheime der Gemeinde.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare